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Apotheker Helfen

20 Jahre humanitäre Hilfe

Uganda, Kaliningrad, Bolivien: Etablierte Hilfsprojekte und neue Kooperationen prägen die Arbeit von Apotheker Helfen e. V. im Jubiläumsjahr. Seit 20 Jahren ist die Hilfsorganisation mit Sitz in München in der pharmazeutischen Entwicklungszusammenarbeit und Katastrophenhilfe tätig. Im Fokus der Hilfe stehen oft Kinder.
Brigitte M. Gensthaler
04.07.2019
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Bei der Mitgliederversammlung Anfang Juli in München stellte Geschäftsführer Dr. Andreas Wiegand 15 Projekte vor, in denen sich Apotheker Helfen (AH) 2018/2019 engagierte: von der Hilfe für Tsunami-Opfer in Indonesien 2018 und Mosambik 2019 bis hin zu mittel- und langfristigen Projekten, zum Beispiel für hörgeschädigte Kinder in Nordindien oder den Aufbau eines Gesundheitspostens in Ghanchan Gaon/Nordindien, der die Gesundheitsversorgung von Bergbewohnern sichern soll.

Auf gutem Weg ist ein Projekt gemeinsam mit dem Partner Emesco Development Foundation (EDF) in Uganda, das AH mit etwa 85.000 Euro finanziert hat. Das neue Gesundheitszentrum in Kitutu soll die Versorgung von kranken Menschen in der Region sichern. Die Fertigstellung ist bis Herbst 2019 geplant. Kürzlich schlossen AH und Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. ein gemeinsames Projekt mit EDF in Uganda ab. Ziel war der Aufbau eines kleinen Arzneimittelgroßhandels/Apotheke in Karuguuza, der Gesundheitscenter von EDF und andere Einrichtungen des Kibaale-Distrikts mit qualitätsgesicherten Medikamenten versorgt. Nach einer erfolgreichen Startphase müsse der Großhandel nun an der Steigerung von Umsatz und Gewinn arbeiten, um gestiegene Kosten aufzufangen, berichtete Wiegand.

Neu ist die Kooperation mit dem Herzverein e.V., Bonn, der bedürftigen Kinder in Bolivien und ihren Familien hilft. Der Verein finanziert notwendige Herzoperationen, die eine Kinderkardiologin aus Bolivien in La Paz vornimmt. »Wir unterstützten die Arzneimittelbeschaffung für die Operation von Kleinkindern mit 1500 Euro«, so Wiegand. Der Betrag mag gering erscheinen, doch AH geht in seinen Projekten bevorzugt mit kleinen Schritten, aber stetig voran.

Kaliningrad: Ferien für Kinder mit Diabetes

Ein langjähriger geschätzter Partner ist der Verein Glaube an Wunde, der das »Projekt Anna – Kinderhilfe Kaliningrad e. V.« unterstützt. Das ambulante Hospiz versorgt schwerstkranke Kinder mit angeborenen Krankheiten oder Krebs. AH sichert die bedarfsgerechte Beschaffung von Arzneimitteln, Medizinprodukten und Spezialnahrungen in Kaliningrad.

Ganz aktuell unterstützt die Hilfsorganisation ein neues Projekt: einen 14-tägigen Kur-Aufenthalt für 20 Kaliningrader Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes. Die 1995 als Elterninitiative gegründete nicht-staatliche Organisation »Diabetes-Kinder des Gebiets Kaliningrad« möchte damit den Gesundheitszustand der Kinder unmittelbar verbessern, ihnen aber auch langfristig bessere Startchancen für ein gesundes Leben geben.

»An der Küste gibt es das Sanatorium Otradnoe, wo Kinder mit Diabetes eine geeignete Betreuung bekommen und willkommen sind«, schreibt die Vorstandsvorsitzende Irina Jakowlewa an AH. Neben Freizeit und Spielen stehen Schulungen und psychosoziale Unterstützung auf dem Programm. Da die staatliche Unterstützung der Kur gestrichen wurde, könnten sich bedürftige Familien diesen Aufenthalt nicht mehr leisten. »Mit 4000 Euro tragen wir dazu bei, dass Kinder und ihre Familien eine Auszeit und Stärkung erfahren«, erklärt Wiegand das Engagement von AH.

Gründung vor 20 Jahren

1999 wurde das Hilfswerk beim Bayerischen Apothekertag in Bamberg gegründet – und feierte am gleichen Ort und bei der gleichen Veranstaltung im Mai sein Jubiläum. »Unter der Schirmherrschaft der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml wurde die Entwicklung der humanitären Organisation gewürdigt«, berichtete der Erste Vorsitzende, Apotheker Thomas Benkert, in der Mitgliederversammlung. Seitdem sei der gemeinnützige Verein nahezu weltweit im Einsatz, immer mit verlässlichen Partnern, die Expertise in jeweiligen Projektgebiet und -thema haben. Ein Film zeigt die Entwicklung von AH seit den ersten Projekten in Rumänien, Togo und Bosnien.

Benkert hob »ein gutes Wachstum« der Mitgliederzahlen hervor: Vor wenigen Wochen wurde das 200. Mitglied aufgenommen. Nach der Satzungsänderung 2018 können auch Pharmaziestudenten stimmberechtigtes Mitglied werden. Die ersten studentischen Mitglieder wurden Anfang 2019 begrüßt.

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