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Was Kosmetika versprechen

13.02.2007
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Pharmacon Davos 2007

Was Kosmetika versprechen

 

Bei der Beurteilung kosmetischer Produkte im Hinblick auf ihre Wirksamkeit gehen die Meinungen oft weit auseinander. Ist ihre kosmetische Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen oder steht sie als reiner Werbeslogan im Vordergrund?

 

Die Frage nach der Übereinstimmung von subjektiver Wahrnehmung und objektiven Messmethoden kann bei kosmetischen Produkten nicht immer positiv beantwortet werden. Nur wenn Entwicklung, Prüfung und Marketing eine sinnvolle Einheit bilden und subjektive Wahrnehmung und objektive Messmethoden exakt dargestellt sind, kann sich der Konsument auf valide Werbeaussagen verlassen. So lautet das Fazit von Professor Dr. Ulrike Heinrich vom Institut für Experimentelle Dermatologie, Witten.

 

Für kosmetische Produkte verlangt der Gesetzgeber immer den Nachweis der Hautverträglichkeit. Wirksamkeitsnachweise werden erst gefordert, wenn besondere Wirkungen wie hautglättend oder faltenreduzierend ausgelobt werden. Insofern sei die Angabe »dermatologisch getestet« zunächst wenig aussagekräftig, da sie über das Ergebnis der Nachweise keinerlei Auskunft gebe.

 

Der Nachweis der Wirksamkeit kann durch subjektive Methoden, dass heißt durch Befragen von Probanden nach Anwendertests oder durch objektive Messmethoden erbracht werden. Vor allem bei den subjektiven Anwendertests müssten die Rahmenbedingungen und das Studiendesign genau definiert werden. So fänden sich zum Beispiel auf Produkten Angaben wie »Soforteffekt 80 Prozent*«, wobei die Erklärung erfahrungsgemäß in relativ kleiner Schrift zu finden sei: * = getestet an 100 Frauen. Prozentangaben bezeichnen den Anteil der mit der Produktleistung zufriedenen Personen. Demnach repräsentiert die Prozentangabe lediglich die Meinung der befragten Personen und ist nicht wie suggeriert übereinstimmend mit objektiven Messmethoden. »Diese Art der Werbung kann keinesfalls als valide Aussage gewertet werden«, unterstrich Heinrich.

 

Bei einer exakten Studienplanung müsse zunächst die Zielgruppe definiert sowie Hauttyp und Alter festgelegt werden. Des Weiteren sollten Dauer und Häufigkeit der Anwendungsdauer bestimmt werden. Die Befragung sollte zu den Parametern Galenik, kosmetische Akzeptanz, Wirksamkeit und Verträglichkeit erfolgen. Bei der subjektiven Bewertung haben sensorische Effekte einen nicht zu unterschätzenden Einfluss. »Bei einer identischen Creme mit oder ohne Parfum kommen teilweise extrem unterschiedliche Bewertungen heraus«, informierte Heinrich. Angaben wie »trocknet die Haut aus« (ohne Parfum) und »pflegt die Haut (mit Parfum) seien keine Seltenheit.

 

Hauttyp bestimmt Wirkung

 

Auch bei den objektiven Messmethoden müssen die Rahmenbedingung vorher genau festgelegt werden. Dazu zählen Zielgruppe, Hauttyp, Dauer/Häufigkeit, Methoden, Alter, Klima und Messzeitpunkte. Vor allem der Bestimmung des Hauttyps kommt eine große Bedeutung zu. Hierzu initiierten die Deutsche Gesellschaft für Angewandte und Wissenschaftliche Kosmetik eine Ringstudie mit 349 freiwilligen Testpersonen. Unter anderem wurde mittels eines Corneometers der Einfluss der Hautfeuchtigkeit auf die Wirksamkeit bestimmt. Dabei konnte ein deutlicher Zusammenhang zwischen Hauttyp (normale, trockene, sehr trockene Haut) und Produktleistung festgestellt werden. So zeigte sich zum Beispiel, dass der Versuch, bei sehr trockener Haut reine Feuchtigkeit reinbringen zu wollen, keinen Sinn mache, informierte Heinrich. Nur in Kombination mit Lipiden habe sich ein deutlicher Effekt gezeigt.

 

Heute steht eine Vielzahl nicht invasiver Methoden zur Verfügung, mit deren Hilfe die Wirksamkeit eines Produktes geprüft beziehungsweise nachgewiesen werden kann. Am häufigsten werden Hautfeuchtigkeit, Elastizität, Fettgehalt der Haut und transepidermaler Wasserverlust bestimmt sowie Strukturanalysen der Hautoberfläche angewandt. Letztere wird mithilfe der SELS (Surface Evaluation of Living Skin)-Methode bestimmt, mit der gleichzeitig die vier Parameter Hautrauigkeit, -schuppigkeit, -glätte und -faltigkeit erfasst werden können. Sie dienen dem Nachweis der hautglättenden Wirkung. Im SELS-Verfahren wird die lebende Haut unter einer speziellen Beleuchtung bildlich dargestellt und diese Darstellung nachfolgend elektronisch bearbeitet und auswertet. Häufig finden solche Untersuchungen an den Unterarm-Innenseiten der Probanden statt, da es hier möglich ist, eine zweite Testrezeptur parallel zu prüfen beziehungsweise eine unbehandelte Kontrollstelle als Referenz einzubeziehen. Messungen im Gesicht der Probanden sind zwar aus Marketing-Sicht spektakulärer, bergen aber die Gefahr ungenauerer Testergebnisse. In der Praxis hat es sich als außerordentlich schwierig gezeigt, gerade am Augenwinkel exakte Messungen durchzuführen. Kleine Veränderungen der Mimik haben bereits deutlichen Einfluss auf die Tiefe der Augenfalten und sind nur schwer von der Wirkung eines Pflegeproduktes zu unterscheiden.

 

Mithilfe moderner Methoden sei es möglich, Pflegeeigenschaften kosmetischer Produkte exakt zu charakterisieren, fasste Heinrich zusammen. Zahlreiche Langzeitstudien mit unterschiedlichen Hautpflegerezepturen belegten, dass eine regelmäßige, konsequente und vor allem hauttypgerechte Pflege den Hautzustand nachhaltig verbessern kann. Insofern diene eine sinnvolle Pflege der Gesunderhaltung der Haut und biete den besten Schutz vor vorzeitiger Hautalterung.

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