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FSME-Auffrischimpfung

Auch nach 20 Jahren nur eine Spritze

23.03.2010
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Eine einzige Auffrischimpfung schützt Menschen wieder wirksam vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Dies gilt für alle Personen, die bereits dreimal gegen FSME geimpft wurden – auch wenn seitdem 20 Jahre vergangen sind.

»Eine erneute Grundimmunisierung ist nicht nötig, da das immunologische Gedächtnis langfristig erhalten bleibt«, sagte Privatdozent Dr. Rudolf Schosser von der medconpharm GmbH, Bad Soden, Mitte März vor Journalisten im Münchner Presse­club. FSME entsteht infolge einer Infek­tion mit Flaviviren, die von Zecken (Ixodes ricinus) übertragen werden. Eine einzige Auffrischimpfung bietet Schosser zufolge guten Schutz, selbst wenn die Grundimmunisierung lange zurückliegt und die vorgeschriebenen Intervalle dabei nicht eingehalten wurden.

 

Dies folgerte der Arzt aus einer von der Firma Baxter unterstützten multizentrischen Anwendungsbeobachtung mit mehr als 2900 Teilnehmern. In die Teilaus­wertung wurden 637 Über-16-Jährige mit mehr als drei FSME-Impfungen in der Vorgeschichte einbezogen, bei denen die Intervalle zwischen zwei Impfungen mindestens einmal deutlich überschritten waren und die letzte Impfung lange zurücklag. »Teilweise waren seit der letzten Impfung bis zu 20 Jahre vergangen.«

 

Trotz dieser Probleme zeigte sich bei 96 bis 99 Prozent der Teilnehmer unabhängig vom Alter infolge einer einzigen Auffrischimpfung wieder ein ausreichender Impfschutz. Als Messwert dienten Konzentrationen der FSME-IgG-Antikörper im Blut über 25 U/ml, bestimmt mithilfe der ELISA-Methode.

 

Das immunologische Gedächtnis per se schützt nicht vor einer Infektion mit den Flaviviren, warnte der Arzt. Entscheidend seien die zirkulierenden Antikörper im Blut. Für einen lückenlosen Impfschutz müssten daher die vorgeschriebenen Impfintervalle, je nach Alter der Person drei oder fünf Jahre, eingehalten werden.

 

Zeckengebiete breiten sich aus

 

Die Auffrischung ist für Reisende in FSME-Endemiegebiete besonders zu empfehlen, berichtete Professor Dr. Jochen Süss, Direktor des Friedrich-Löffler-Instituts in Jena. Dazu zählen unter anderem Russland, die baltischen Staaten, Polen, Tschechien, Österreich, Deutschland, die Schweiz und Ungarn. Ixodes-Zecken als Überträger breiten sich zunehmend im Norden und in höheren Lagen aus, zeigte Süss. Das derzeit nördlichste Endemiegebiet in Finnland liege nur 100 km südlich des Polarkreises. Im Riesengebirge fanden sich die Spinnentiere noch in 1200 Metern Höhe. Möglicherweise mache sich hier der Klimawandel bemerkbar, sagte der Virenexperte. /

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