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WHO empfiehlt Kooperation für günstigere Medikamente

01.04.2015
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Von Anna Hohle / Staaten sollten in Sachen Arzneimittel enger zusammenarbeiten, um überhöhten Preisen für neue Medikamente entgegenzuwirken. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen vorgestellt hat.

 

Sie verglich dafür den Umgang der Gesundheitsbehörden mit teuren neuen Innovationen in 27 europäischen Staaten, darunter auch Deutschland.

Leitgedanke der Untersuchung sei es gewesen, »den Ländern dabei zu helfen, ihre Prioritäten so zu setzen, dass sich Investitionen in neue Medikamente lohnen«, sagte die Leiterin der Europa-Sektion der WHO, Zsuzsanna Jakab am Freitag. Darüber stehe natürlich stets das Ziel, die Patienteninteressen zu wahren und sicherzustellen, dass kranke Menschen keine teuren neuen Medikamente erhalten, wenn diese keine oder nur eine sehr geringe Verbesserung gegenüber etablierten Therapien darstellen.

 

Für die Studie verglich die WHO, was verschiedene Länder unternehmen, um hohen Arzneimittelkosten entgegenzuwirken – etwa durch Leitlinien oder gesetzliche Vorgaben zur Verschreibung von Generika. Auch das deutsche Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz von 2011 wird in der Untersuchung erwähnt. Vor dessen Einführung habe es in Deutschland die höchsten Medikamentenpreise im Vergleich zu allen anderen OECD-Staaten gegeben, schreiben die Studienautoren.

 

Fazit der WHO-Studie: Bislang haben nur wenige europäische Staaten Mechanismen etabliert, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis von neuen Medikamenten überprüfen und dabei nicht nur den klinischen Wert, sondern auch die finanziellen Auswirkungen eines neuen Arzneimittels miteinbeziehen. Dies wird bislang nur in England, den Niederlanden, Polen, Schottland, Schweden und Ungarn praktiziert.

 

Besonders die Gesundheitssysteme in Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen würden durch das Fehlen solcher Mechanismen weiter geschwächt, warnt die WHO. Die Studienautoren empfehlen nun, verschiedene Staaten sollten im Gesundheits- und Arzneimittelsektor generell enger kooperieren und Erfahrungen austauschen. Dies könne international für mehr Transparenz bei Arzneimittelpreisen sorgen, einzelnen Regierungen bei ihren Verhandlungen mit Herstellern helfen und die Kosten für neue Medikamente länderübergreifend senken. /

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