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Arzneimittel im Internet

Internisten warnen vor Fälschungen

09.04.2013
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Von Sven Siebenand, Wiesbaden / Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) warnt davor, Medikamente im Internet zu kaufen. Denn jede zweite über das Netz vertriebene Arznei sei gefälscht.

Beim Internistenkongress in Wiesbaden riet DGIM-Generalsekretär Professor Ulrich Fölsch seinen Kollegen daher, bei den Patienten darauf hinzuwirken, Medikamente über die Apotheke vor Ort zu beziehen. Auch Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie an der Universität Frankfurt am Main unterstützte diesen Vorstoß.

Die legale Verteilerkette sei in Deutschland sehr sicher, sagte er. Zwar gebe es hierzulande auch zertifizierte Versandapotheken im Internet. Nicht jeder Patient könne aber einen legalen von einem illegalen Versender unterscheiden, gab Schubert-Zsilavecz zu bedenken.

 

Um den Schutz der Patienten vor Arzneimittel­fälschungen auch zukünftig zu wahren, will die EU zusätzliche Sicherheitsstandards einführen. Dazu zählt die Entwicklung und Etablierung eines neuen Sicherheitsmerkmals für Arzneimittel­packungen, mit dem eine Schachtel individuell identifiziert und ihre Echtheit überprüft werden kann. Dieses Vorhaben soll bis 2017 umgesetzt werden.

 

In Deutschland haben Hersteller, Apotheker und Großhändler zu diesem Zweck bereits 2011 die Initiative securpharm ins Leben gerufen. Sie hat einen Data-Matrix-Code entwickelt, der eine individuelle Packungs-Seriennummer enthält. In der Apotheke wird dieser Code gescannt und über eine Datenbank verifiziert. Bei Unstimmig­keiten wird die Packung nicht an den Patienten abgegeben und der Fälschungsverdacht untersucht. Seit Anfang des Jahres wird das System im Rahmen eines Pilotprojektes getestet.

 

Fölsch begrüßte dieses System, da es die Medikamente aus der Apotheke noch sicherer mache. Allerdings schließe es nicht die Sicherheitslücke im Internet, so der Mediziner. Fölsch und Schubert-Zsilavecz waren sich einig, dass mittlerweile so gut wie alles gefälscht wird – nicht nur die sogenannten Lifestyle-Medikamente. »Die Zahl dokumentierter Fälle, in denen die Patienten durch gefälschte Arzneimittel zu Schaden gekommen sind, ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen«, sagte Schubert-Zsilavecz.

 

Volker Kerrutt vom Zollkriminalamt Köln bestätigte, dass illegaler Medikamentenhandel seit circa zehn Jahren ein massives Problem darstelle. Er unterschied zwischen dem illegalen Handel mit Medikamenten und dem Zufluss von Substanzen, die zur illegalen Produktion von Dopingmitteln für den Breitensport verwendet werden.

 

Hohe Gewinnspannen

 

Bei Drogen wie Heroin und Cocain beläuft sich die Gewinnspanne auf das 25-fache der ursprünglichen Kosten. Gefälschte Medikamente übertreffen das um ein Vielfaches: Bei illegal hergestelltem Viagra etwa liegt die Gewinnspanne laut Zollfahndung Köln bei weit mehr als dem 200-Fachen. /

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