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Pharmazeutische Betreuung

Von Kollegen lernen

17.04.2012
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Von Daniela Biermann / Hinter echter pharmazeutischer Betreuung steckt bekanntlich mehr als die reine Arzneimittelabgabe. Wer erstmals aktiv werden möchte, findet in der Projektdatenbank der »Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung« nachahmenswerte Modelle. Der Verein hilft auch bei der Planung und Durchführung eigener Projekte.

»Die Projektdatenbank ist für Apotheker gedacht, die selbst Projekte planen«, erklärt Dr. Christiane Eickhoff von der Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung. »Andere Datenbanken enthalten nur klinische Studien – das ist für die normale Apotheke überhaupt nicht machbar«, so Eickhoff. Die Förderinitiative sammelt auch »kleine, aber hochwertige« Projekte rund um das Thema Pharmazeutische Betreuung. Zum einen können sich andere Apotheken von den Erfahrungen der Kollegen inspirieren lassen. Zum anderen muss das Rad nicht neu erfunden werden, so die Idee dahinter.

Die Datenbank steht seit November 2011 online. Bislang sind 35 Projekte gelistet. Viele von ihnen laufen noch. Die meisten der abgeschlossenen Arbeiten stammen von wissenschaftlich arbeitenden Pharmazeuten wie Professor Dr. Ulrich Jaehde von der Uni Bonn, Professor Dr. Marion Schaefer von der Charité Berlin oder Professor Dr. Martin Schulz, Leiter des Zentrums für Arzneimittelinformation und Pharmazeutische Praxis (ZAPP) der ABDA. »Das liegt auch daran, dass viele Apotheker sich davor scheuen, ihre Ergebnisse zusammenzuschreiben«, erklärt Eickhoff.

 

Die Förderinitiative will jedoch ausdrücklich Kollegen aus der Praxis ermuntern und unterstützen. »Wer eine Idee hat, sollte sich möglichst früh bei uns melden«, so Eickhoff. »Wir helfen dann bei der Planung.« Denn viele Apotheker seien sehr ambitioniert. Manche wollen zum Beispiel nicht nur nachweisen, dass viele arzneimittelbezogene Probleme in einer bestimmten Indikation auftreten, sondern auch, wie viel sich durch die pharmazeutische Intervention einsparen lässt. Für ein erstes Projekt in einer kleinen Apotheke kann das schnell den Rahmen des Machbaren sprengen und zu Frust führen. »Wir geben Tipps, was sich auch mit einem kleinen Team umsetzen lässt«, so Eickhoff.

 

Auch finanziell unterstützt die Förderinitiative Projekte zur pharmazeutischen Betreuung in den Apotheken. Ob mit oder ohne Hilfe der Förderinitiative: Jede Apotheke kann sich um den jährlichen Förderpreis der Initiative bewerben. 2010 gewann die Apothekerin Sheila Altgeld aus Hamm/Sieg den ersten Preis. Sie etablierte die Dosisanpassung von Medikamenten bei Niereninsuffizienz als Dienstleistung für Ärzte. Ihre Ergebnisse veröffentlichte sie in »PZ Prisma« (Ausgabe 01/2011).

 

Hilfe inklusive

 

Ein Peer-Review-Verfahren, bei dem andere Wissenschaftler die Ergebnisse überprüfen, sei derzeit nicht vorgesehen. Über die Aufnahme eines Projektes in die Datenbank entscheiden Vertreter des wissenschaftlichen Beirats und des Vorstands der Förderinitiative nach einem klar definierten Kriterienkatalog, um die Qualität der Veröffentlichungen zu sichern. »Das sollte aber niemanden abschrecken«, versichert Eickhoff. »Schließlich sind wir da, um dabei zu helfen.«

 

Die Projektbeschreibung sollte allgemeine Angaben wie Kontaktdaten, Laufzeit und Angaben zum regionalen Projektrahmen enthalten. Hintergrund und Ziele sowie die Methodik sollten kurz zusammengefasst sein. Am wichtigsten sind natürlich die Ergebnisse. Derzeit ist die Projektdatenbank passwortgeschützt. Projekttitel, verantwortlicher Apotheker und Status des Projekts sind jedoch jedem zugänglich. Wer weitere Informationen zu bestimmten Projekten möchte, kann sich direkt an die Förderinitiative wenden: . /

Die Förderinitiative

»Die Förderinitiative Pharmazeutische Betreuung e. V. führt wissenschaftliches Know-How und praktisches Engagement zusammen, um die bundesweite Umsetzung der Pharmazeutischen Betreuung zu unterstützen«, heißt es auf der Homepage des gemeinnützigen Vereins, der 1998 gegründet wurde. Neben einzelnen Apothekern engagieren sich hier auch Kammern und Verbände, Pharmahersteller und Krankenkassen. Ein wissenschaftlicher Beirat beurteilt die Projektanträge.

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