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Alkohol und Tabak

Verharmloste Suchtmittel

23.04.2014
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Von Anna Hohle, Berlin / Tabak und Alkohol sind in Deutschland nach wie vor die am weitesten verbreiteten Suchtmittel – Millionen Menschen sind abhängig von einer oder beiden Substanzen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) fordert deshalb höhere Steuern und schärfere Werbeverbote.

Alkohol- und Tabakkonsum wird in Deutschland noch immer verharmlost. Das beklagte der DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann am Dienstag in Berlin. Die DHS hatte zur Vorstellung des Jahrbuchs Sucht geladen, das einmal jährlich erscheint und Statistiken zum Suchtmittelkonsum zusammenfasst.

Die hohe Zahl der Alkohol- und Tabaksüchtigen ist der DHS zufolge seit Jahren konstant. Etwa 1,8 Millionen Deutsche sind laut Bericht alkoholabhängig, weitere 10 Millionen trinken Alkohol in riskanten Mengen. Mit gravierenden Konsequenzen: Alle 7 Minuten stirbt in der Bundesrepublik ein Mensch infolge seines Alkoholkonsums. Auch rauchen hierzulande knapp 30 Prozent der 18- bis 79-Jährigen, was ebenfalls zu mehr als 100 000 Todesfällen pro Jahr führt.

 

Dennoch verharmlosten viele Menschen Tabak und Alkohol nach wie vor als Genussmittel, sagte Gaßmann bei der Vorstellung des Jahrbuchs. Der Mythos etwa über die gesundheitsfördernde Wirkung von Rotwein halte sich seit Jahren, dabei sei er schlichtweg falsch. Auch kritisiert die DHS, dass Tabak- und Alkoholproduzenten nach wie vor mit Kampagnen werben dürfen, die Rauchen mit Freiheit und Unabhängigkeit assoziierten. Tatsächlich führe der regelmäßige Konsum dieser Mittel aber in die Abhängigkeit und bedeute somit das Gegenteil von Freiheit.

 

Kampagnen laufen ins Leere

 

Gaßmann zufolge wäre hier die Politik gefragt, die jedoch trotz der hohen Konsumzahlen nicht entschieden handle. Seit den neunziger Jahren beschränkten sich Präventionsmaßnahmen darauf, Appelle an die Bevölkerung zu richten, um sie zu einem gesünderen Lebensstil anzuhalten – beispielsweise über Plakatkampagnen. Häufig richteten sich diese Aktionen an Jugendliche, dabei sei die Zahl der Alkoholabhängigen und riskanten Trinker unter den 40-bis 50-Jährigen und alten Menschen sehr viel höher.

 

Laut Gaßmann laufen Kampagnen dieser Art jedoch sowieso ins Leere, solange Alkohol und Tabak vergleichsweise günstig zu erwerben sind. Der einzige Weg, den Konsum langfristig einzudämmen, sind laut DHS höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie eine stärkere Regulierung von Werbung für beide Suchtmittel. Beides führe erwiesenermaßen dazu, dass weniger Menschen mit dem Konsum beginnen. /

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