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Großbritannien

Apotheker entlasten Ärzte

27.04.2016
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Von Jennifer Evans / Ein Pharmazeut in jeder Hausarztpraxis – so lautet das Ziel, das sich der britische Gesundheitsdienst National Health Service (NHS) bis zum Jahr 2020 gesetzt hat. Dies geht aus einem vergangene Woche vom NHS veröffentlichten Papier hervor.

Während die Apotheker in Deutschland noch dafür kämpfen, sich bei der Erstellung von Medikationsplänen einbringen zu können, dürfen sie es in Großbritannien längst. Schon 2015 hatte der Gesundheitsdienst NHS etwa 31 Millionen Pfund (rund 39 Millionen Euro) ausgegeben, um einem interdisziplinären Pilotprojekt zwischen Ärzten und Apothekern eine Chance zu geben. Erklärtes Ziel: Pharmazeuten sollen die Ärzte bei der Medikation ihrer Patienten beraten und damit entlasteten.

 

Konzept geht auf

Daraufhin stellten rund 700 Arztpraxen vergangenes Jahr einen Apotheker ein. Das Konzept ist aufgegangen, heißt es jetzt in dem Papier: »Die ersten Auswertungen zeigen bereits, dass die klinischen Apotheker eine wichtige Rolle dabei spielen, die Prozesse rund um die Arzneimittelverordnung zu vereinfachen, die Arzneimitteltherapie zu optimieren und die Patienten bei kleineren sowie auch bei langfristigen Beschwerden zu beraten.«

 

Grund genug für die Briten, bis 2020 noch weiter in die gewinnbringende Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker zu investieren. Von zusätzlichen 112 Millionen Pfund (mehr als 142 Millionen Euro) und 1500 weiteren klinischen Apothekern ist in dem Papier die Rede. Im Praxisalltag schulen die Apotheker die Patienten, damit diese ihre Medikamenteneinnahme selbst managen und optimieren können. Dazu betreut jeder Apotheker einen festen Patientenstamm. Auch sollen Pharmazeuten künftig Verbindungspersonen zwischen Arzt und Patient bei der häuslichen Pflege sein. Erfahrene Apotheker dürfen zudem Folgerezepte direkt ausstellen. Der NHS ist überzeugt: »Pharmazeuten bleiben eine zu wenig ausgeschöpfte fachliche Quelle im System und wir müssen ihre beachtliche Expertise mehr ausspielen.«

 

Damit aber noch nicht genug: Der Apotheker darf den Arzt etwa dabei beraten, ob möglicherweise ein neues Medikament für ein bestimmtes Krankheitsbild geeigneter erscheint. Dabei soll laut Papier nicht die Kostenersparnis im Vordergrund stehen, sondern eine individuelle Behandlung des Patienten mit einem ganzheitlichen Ansatz. Die Erfahrungen daraus kämen letztlich auch der Forschung zugute, finden die Briten. Darüber hinaus behalten die Apotheker Lieferengpässe im Blick und schlagen im Ernstfall dem Arzt ein alternatives Arzneimittel vor. Außerdem bleibt es ihre Aufgabe, landesweite, offizielle Entscheidungen bei den Leistungen rund um Medikamente zu beobachten und zu interpretieren.

 

Vergütung bezuschusst

 

Das Projekt zwischen den beiden Berufsgruppen beinhaltete von Anfang an, dass der Staat die Arztpraxen in den ersten Jahren bei der Vergütung der Apotheker unterstützt. Die Staffelung sieht vor, dass der NHS im ersten Jahr 60 Prozent des Apothekergehalts zahlt, im zweiten Jahr 40 Prozent und im dritten Jahr noch 20 Prozent. Ab dem vierten Jahr, heißt es, komme die Arztpraxis dann selber für die Bezahlung des Pharmazeuten auf. /

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