Knigogo online
Asien

Deutsche Arzneien sind beliebt

26.04.2017
Datenschutz bei der PZ

Von Jennifer Evans / Die Exporte deutscher Medikamente und Pharmaprodukte nach Asien haben sich in den vergangen Jahren verdoppelt. Das geht aus Zahlen der Deutschen Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing (GTAI) hervor. Besonders Japan ist ein guter Abnehmer.

Medizinische Produkte »made in Germany« sind in Asien gefragter denn je. Nach GTAI-Angaben liegt das am wachsenden Wohlstand der asiatischen Staaten, die immer mehr Geld in die Gesundheitsversorgung stecken. Während in Indonesien der medizinische Bedarf steige, weil von der 2014 eingeführten allgemeinen Krankenversicherung bis 2020 die gesamte Bevölkerung profitieren soll (bis dahin werden es rund 270 Millionen Menschen sein), sei in China, Korea und Japan die alternde Gesellschaft der Grund für den Anstieg. 

 

Demnach benötigen die asiatischen Länder zunehmend neue Krankenhäuser, die mit modernen medizinischen Geräten, Medikamenten und pharmazeutischen Erzeugnissen wie Vitaminen, Antibiotika, Hormonen, Kontrastmitteln und Verbandzeug ausgestattet werden müssen. Diese Produkte können der Gesellschaft zufolge vor Ort nicht oder nicht in ausreichender Menge und Qualität hergestellt werden.

 

Da kommt Deutschland ins Spiel. Mit Lieferungen im Wert von 76 Milliarden US-Dollar (etwa 71,2 Milliarden Euro) und 15 Prozent Marktanteil im Jahr 2015 ist die Bundesrepublik weltweit der größte Exporteur von medizinischen und pharmazeutischen Produkten. Laut GTAI haben zwischen 2010 und 2015 die Exporte in diesem Segment erneut um 15 Prozent zugelegt. Gingen 2010 lediglich 5,3 Prozent deutscher Erzeugnisse nach Asien, waren es 2015 bereits 9 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten seien bei den Lieferungen nach China zu beobachten. Diese beliefen sich auf 2,4 Milliarden Dollar (rund 2,25 Milliarden Euro) und hätten sich damit seit 2010 sogar verdreifacht, so die Gesellschaft.

 

Auch das Import für die ersten drei Quartale 2016 von 9,2 Prozent bestätigt die große Nachfrage in diesem Sektor. Platz zwei in Sachen deutscher Einfuhren zwischen 2010 und 2015 belegt demnach Japan mit 2,3 Milliarden Dollar (rund 2,15 Milliarden Euro), was einer Wachstumsrate von mehr als 50 Prozent entspricht.

 

Dem Beratungsunternehmen QuintilesIMS zufolge sorgt besonders die gute Umsatzentwicklung mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln für das große Plus in Japan. Das liegt laut einem Report des Unternehmens auch daran, dass Zivilisationskrankheiten wie etwa Hypertonie oder Adipositas auf dem Vormarsch sind. Demnach sollen die jährlichen Arzneimittelausgaben pro Kopf bis 2021 in Japan auf 739 Dollar (rund 690 Euro) ansteigen. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 117 Dollar (etwa 109 Euro).

 

Um die steigenden Arzneimittelkosten langfristig in Schach zu halten, will die japanische Regierung nach Angaben der GTAI die Generikaquote von derzeit 60 Prozent 2017 auf 70 Prozent erhöhen. Pharmahersteller im Land setzten daher zunehmend auf Kooperationen mit jungen, innovativen Firmen im Ausland.

 

Markenprodukte gefragt

 

Generell haben deutsche Medikamente in Asien einen guten Ruf. Das bestätigte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) auf Anfrage der PZ. Abnehmer in asiatischen Ländern zahlten daher auch bereitwillig einen höheren Preis dafür. »Besonders gefragt sind Originalmarkenprodukte, pflanzliche Arzneimittel und verschreibungspflichtige Medikamente«, so der BPI.

 

Der Boom deutscher Medikamente in Asien hält an: Für 2016 meldete Thailand laut GTAI ein Plus von 32 Prozent, China von 25 Prozent, Japan von 16 Prozent, Korea von 21 Prozent und Taiwan von 12 Prozent der Importe aus Deutschland im medizinischen und pharmazeutischen Bereich. Das entspreche insgesamt einer Steigerung von 20 Prozent, heißt es. /

Mehr von Knigogo