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Großkonzerne setzen auf »Bio«

02.05.2006
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Forschung

Großkonzerne setzen auf »Bio«

von Thomas Bellartz, Berlin

 

Die Pharma-Großkonzerne dominieren bereits heute den Markt der Biopharmazeutika. Darauf hat jetzt in Berlin der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) hingewiesen. Das Marktvolumen liege bei 2,7 Milliarden Euro und verfüge über ein starkes Wachstumspotenzial - wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

 

Nach eigener Aufassung leisten die forschenden Pharmaunternehmen »einen entscheidenden Beitrag zur deutschen Biotechnologie-Branche«, hieß es in der vergangenen Woche in Berlin. So verzeichnen alleine die 20 größten deutschen Unternehmen hier zu Lande mehr als zwei Drittel der Umsätze mit Biopharmazeutika. Damit zeige man, dass die Biotechnologie »nicht nur eine Domäne kleiner Start-ups ist«. Biopharmazeutika tragen mit etwa 2,7 Milliarden Euro zum Umsatz der 20 Großen bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) für VFA Bio, die neu eingerichtete Interessengruppe für Biotechnologie in der Medizin im VFA.

 

»Medizinische Biotechnologie wird von der Politik in Deutschland vielfach nur mit Blick auf Start-ups wahrgenommen«, sagte Cornelia Yzer, Hauptgeschaeftsfuehrerin des VFA. Dabei seien die etablierten Unternehmen mit ihren Investitionen und der Bereitschaft, mit kleinen innovativen Unternehmen und Grundlagenforschern zu kooperieren, ein »wesentlicher Motor der Wachstumsbranche Biotechnologie in Deutschland«.

 

Derzeit engagierten sich 15 von 39 VFA-Mitgliedern in dieser Interessengruppe. Dr. Frank Mathias, Vorsitzender von VFA Bio und Geschäftsführer der Amgen Deutschland GmbH, betonte die weit über ökonomische Aspekte hinausgehende Bedeutung der Biotechnologie: »Die Biotechnologie bietet schon heute neue Therapiechancen für schwere Krankheiten wie verschiedene Arten von Krebs, Multiple Sklerose und Stoffwechselstörungen und ist deshalb ein Hoffnungsträger für viele Patienten.« Gerade deshalb sei es zu begrüßen, dass Deutschland auf diesem wichtigen Gebiet »auf einem guten Weg« sei. Innerhalb der Pharma- und Biotechindustrie sind Biopharmazeutika ein Wachstumssegment, in dem auch in Deutschland von 2001 bis 2005 überdurchschnittliche Steigerungen von 10 Prozent pro Jahr erzielt wurden. Wichtigstes Geschäftsfeld seien dabei die Stoffwechselerkrankungen (vor allem Diabetes), auf die mehr als ein Viertel der Umsätze mit Biopharmazeutika entfielen; hier seien insbesondere die eta-blierten Unternehmen tätig. »Allerdings dürfte sich mittelfristig die Onkologie zum dominanten Therapiegebiet für Biopharmazeutika entwickeln«, erläuterte Mathias.

 

Die Studie zeigt ferner, in welchem Maße der Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort Deutschland im Bereich Biotechnologie von den Investitionen der großen forschenden Pharmaunternehmen profitiert. Nur diese Unternehmen seien in der Lage, die erforderlichen Einzelinvestitionen zu leisten, die sich auf mehr als 400 Millionen Euro pro Anlage belaufen können.

 

Im vergangenen Jahr gaben die 83 etablierten und aufstrebenden Unternehmen in Deutschland mehr als 950 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung (F&E) in der Biotechnologie aus und schufen dabei insbesondere Arbeitsplätze für die Forschungselite. 26 420 Beschäftigte arbeiten in Deutschland in der Biotechnologie, darunter besonders viele Akademiker, aber auch Techniker in anspruchsvollen Ausbildungsberufen.

 

Nun gehe es um den Ausbau der deutschen Biotechnologie. Der sei von doppelter Bedeutung: Die Patienten könnten noch stärker am therapeutischen Fortschritt teilhaben, während der Standort vom Wirtschaftswachstum in Verbindung mit neuen Arbeitsplätzen profitiere. Damit Deutschland weltweit auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Wachstumssektor Biotechnologie spielt, seien allerdings weitere Reformanstrengungen notwendig. Daher hält VFA Bio einige Änderungen an den branchenspezifischen Rahmenbedingungen für erforderlich. Planungssicherheit und eine abgestimmte Forschungs-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik seien »für die Arzneimittelhersteller besonders wichtig«.

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