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Typ 1-Diabetes vorbeugen

Nachhilfe für das Immunsystem

29.04.2015
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Eine frühe orale Gabe von Insulin ruft eine Immun­antwort hervor, die möglicherweise zu einer Toleranz gegen Insulin führen und somit die Bildung von Autoantikörpern verhindern könnte.

 

Darauf weisen die Ergebnisse einer Pilotstudie hin, die nun im US-amerikanischen Ärzteblatt »JAMA« (DOI: 10.1001/jama.2015.2928) publiziert wurden. Diesem neuen Ansatz liegt die Überlegung zugrunde, dass Typ-1-Diabetes eine Autoimmun­erkrankung ist, bei der Autoantikörper zum Beispiel gegen Insulin die Insulin-produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zerstören. Im Normalfall baut das Immunsystem in den ersten Lebensjahren eine Toleranz gegen die körpereigenen Proteine auf. Diese Immuntoleranz soll mithilfe der Insulingabe »antrainiert« werden.

In der doppelblinden placebokon­trollierten Pre-POINT-Studie wurden 25 autoantikörpernegative Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren mit einem hohen Erkrankungsrisiko für Typ-1-Diabetes in Deutschland, Österreich, in den Vereinigten Staaten und in Großbritannien aufgenommen. Diese wurden auf zwei Gruppen randomisiert: 15 Kinder erhielten über durchschnittlich ein halbes Jahr einmal täglich Insulinpulver mit der Nahrung. Die Kontrollgruppe von zehn Probanden erhielt Placebo. Die Gruppe mit dem Wirkstoff nahm das Insulin in unterschiedlicher, im Laufe der Monate ansteigender Dosis ein. In der höchsten Dosis von 67,5 mg rief das Insulinpulver die gewünschte Immunantwort hervor. Bei fünf von sechs Kindern aus dieser Gruppe stiegen die Insulin-bindende IgG-Antikörper-Konzentration und die Anti-Insulin-IgA-Konzentration im Speichel, und es bildeten sich möglicherweise regulatorische T-Zellen.

 

Keine Unterzuckerungen

 

»Ein wichtiger Befund war zu sehen, dass es keine unerwünschten Nebenwirkungen gab«, kommentiert Studienleiter Professor Dr. Ezio Bonifacio vom Center for Regenerative Therapies der Technischen Universität Dresden in einer Pressemitteilung das Ergebnis. Da Insulin in dieser Verabreichungsform im Magen aufgespalten wird, hatte es keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. »Wir vermuten, dass der Hauptanteil der Immun­antwort auf das Insulin bereits im Mund abläuft«, so Bonifacio.

 

An der Arbeit waren neben der TU Dresden auch das Institut für Diabetesforschung am Helmholtz-Zentrum München und Wissenschaftler aus Wien, Bristol und Denver beteiligt. Im nächsten Schritt soll mit einer größeren Anzahl von Probanden getestet werden, ob eine »Insulin-Impfung« den Ausbruch der Erkrankung dauerhaft verhindern kann. /

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