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Herz-Kreislauf-Risiko

Bewegung ist das A und O

11.05.2016
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Von Annette Mende, Berlin / Abnehmen und Sport treiben sind die gängigen Empfehlungen, um das persönliche Herz-Kreislauf-Risiko zu minimieren. Aktuelle Untersuchungen zeigen: Die körperliche Fitness ist dabei wohl der wichtigere Part.

Schlanke Fitte haben im Vergleich zu übergewichtigen Sportmuffeln ein deutlich niedrigeres kardiovaskuläres Risiko. So weit, so eindeutig. Doch was ist mit Menschen, die zwar schlank, aber körperlich wenig belastbar sind? Und Molligen, die trotz ihrer überschüssigen Pfunde gut in Form sind? 

 

»Hierzu gab es in letzter Zeit einige Untersuchungen aus den USA, die be­legen, dass das Prinzip ›fat but fit‹ funktionieren kann«, sagte Professor Dr. Burkhard Weisser, Sportmediziner von der Christian-Albrechts-Universität Kiel, bei einer Veranstaltung der Deutschen Hochdruckliga in Berlin. Anlass war der Welt-Hypertonie-Tag am 17. Mai. Um die Bemühungen im Kampf gegen die steigende Adipositas-Häufigkeit nicht zu gefährden, müsse man jedoch mit der Pauschalierung dieser Botschaft vorsichtig sein.

 

Eine der größten Untersuchung zu dieser Fragestellung erschien kürzlich im Fachjournal »JAMA Internal Medicine« (DOI: 10.1001/jamainternmed.2015.7444). Das amerikanisch-schwedische Forscherteam um Dr. Casey Crump von der Stanford University hatte die Ergebnisse schwedischer Rekruten im Fitnesstest bei der Musterung dazu in Beziehung gesetzt, ob die Männer im Verlauf ihres weiteren Lebens einen Bluthochdruck entwickelten. Die insgesamt 1,5 Millionen Teilnehmer, die als 18-Jährige gemustert worden waren, wurden über mehrere Jahrzehnte nachbeobachtet, maximal bis zu einem Alter von 62 Jahren.

 

»Eine schlechte körperliche Fitness, gemessen auf einem Fahrradergometer bei der Musterung, war ein signifikanter Risikofaktor für einen späteren Bluthochdruck«, berichtete Weisser. Zwar sei bei denjenigen, die übergewichtig und unfit waren, die Gefahr für eine spätere Hypertonie am größten gewesen; ihr Risiko war drei- bis viermal so hoch wie das von fitten Schlanken. Doch hätten auch Normalgewichtige mit einer niedrigen aeroben Ausdauerleistungsfähigkeit ein signifikant erhöhtes Risiko für Bluthochdruck gehabt.

 

Sport lohnt sich immer

 

»Diese Untersuchung zeigt, wie wichtig eine gute körperliche Leistungsfähigkeit und somit ein regelmäßiges Training bereits in jungen Jahren für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind«, sagte Weisser. Bereits 2014 habe eine schwedische Arbeitsgruppe um Gabriel Högström von der Universität Umeå gezeigt, dass mangelnde körperliche Fitness in jungen Jahren einen Risikofaktor für einen späteren Herzinfarkt darstellt (»European Heart Journal«, DOI: 10.1093/eurheartj/eht527). »Das erhöhte Risiko zeigte sich in dieser Untersuchung über die gesamte Breite der körperlichen Fitness«, so Weisser. Sport lohne sich also für alle Personen unabhängig vom Ausgangsniveau.

 

Den größten Effekt erziele dabei eine Verbesserung der Ausdauer. Doch auch Krafttraining sei vorteilhaft – bei bereits bestehendem Bluthochdruck allerdings nur in Maßen. »Empfohlen wird ein moderates Krafttraining, das heißt, es darf nur so viel Gewicht aufgelegt werden, dass der Sportler die Bewegungen 10 bis 15 Mal ohne Pressatmung ausführen kann«, erklärte der Sportmediziner.

 

Sogenannte Wearables, also Armbänder oder Ähnliches, die Bewegungen des Trägers erfassen und aufzeichnen, sieht Weisser zwiespältig. Wenn sie dazu führen, dass sich der Träger mehr bewegt, sei das zu begrüßen. Wenn der Betreffende allerdings mehr Zeit damit zubringt, am Computer seine vermeintlichen Erfolge nachzuvollziehen als sich tatsächlich sportlich zu betätigen, gehe der Vorteil verloren.

 

Theorie in Praxis umsetzen

 

Insgesamt bestehe die Herausforderung weniger darin, Menschen vom Nutzen sportlicher Betätigung zu überzeugen, sondern sie dazu zu bringen, sie tatsächlich auszuführen. »Dass Sport sinnvoll ist, brauchen Sie heutzutage niemandem mehr zu erklären, das weiß jeder. Aber an der Umsetzung hapert es häufig.« Um den inneren Schweinehund zu besiegen, bräuchten viele Menschen konkrete Handlungsanweisungen – und sie müssten kontrolliert werden. Statt vager Empfehlungen à la »Sie sollten mehr Sport treiben« sei es sinnvoller, eine bestimmte Sportgruppe zu empfehlen und gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass die Leiterin der Gruppe den Arzt informiere, ob der Betreffende dort aufgetaucht sei oder nicht. /

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