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Pille danach

Absatz steigt nach OTC-Switch deutlich

20.05.2015
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Von Stephanie Schersch / Nach der Freigabe der Pille danach ist die Zahl der abgegebenen Packungen um mehr als 40 Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Daten des Informationsdienstleisters IMS Health hervor.

Offiziell sind Notfallkontrazeptiva seit 14. März rezeptfrei. Hatten Apotheker in Kalenderwoche elf noch 9500 Packungen abgegeben, waren es in der darauffolgenden Woche nach Freigabe der Pille danach bereits 13 500 – ein Plus von 42 Prozent. Bis Ende April wurden IMS zufolge wöchentlich zwischen 12 500 und 13 500 Packungen abgegeben.

 

Nach dem Ende der Verschreibungspflicht erhielten Frauen zunächst allerdings nur das Ulipristalacetat-haltige Ellaone® (HRA Pharma) regulär ohne Rezept. Da Präparate mit dem Wirkstoff Levonorgestrel nur in Packungen vorlagen, die das Arzneimittel als rezeptpflichtig auswiesen, war unklar, ob Apotheker auch diese Notfallkontrazeptiva bereits ohne Verordnung abgehen dürfen. Mitte April kam schließlich Postinor® (Gideon Richter) als erste Levonorgestrel-haltige Pille danach im OTC-Design auf den Markt, kurz darauf folgten Pidana® (HRA Pharma) und Unofem® (Hexal).

 

Der Anteil der verordneten Packungen schwindet zunehmend. In Kalenderwoche achtzehn gaben Apotheker 79 Prozent der Packungen ohne Rezept ab, in 14 Prozent der Fälle lag ein Privatrezept vor, lediglich 7 Prozent der Packungen verordneten Ärzte auf einem Kassenrezept. Die Kosten für Notfallkontrazeptiva müssen betroffene Frauen meist selbst tragen. Eine Ausnahme gibt es für Unter-20-Jährige: Gehen sie zum Arzt und lassen sich das Präparat verschreiben, zahlt die Krankenkasse das Arzneimittel.

 

Der Preis für die Pille danach ist mit dem OTC-Switch gesunken. Der vom Hersteller empfohlene Abgabepreis für Ellaone liegt heute bei 29,96 Euro, zuvor hatte das Arzneimittel 35,72 Euro gekostet. Deutlich günstiger ist Pidana mit 18,31 Euro. Postinor ist in der Apotheken-EDV mit einem Preis von 15,97 Euro gelistet, Unofem liegt leicht darüber (16,99 Euro). Die Apotheker müssen sich an diese Listenpreise allerdings nicht halten. Wie bei anderen OTC-Präparaten auch können sie die Preise frei kalkulieren. /

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