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Therapierefraktäres Asthma

Antikörper verhindert Anfälle

27.05.2013
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Von Ulrike Viegener / Bei etwa jedem fünften Asthmatiker lässt sich die Erkrankung mit inhalativen Glucocorticoiden und lang wirksamen β2-Sympathomimetika nicht zufriedenstellend kontrollieren. Diesen Patienten könnte der monoklonale Antikörper Dupilumab helfen, wie jetzt eine Phase-IIa-Studie zeigt.

Neu an dem jetzt getesteten humanen Antikörper Dupilumab ist die Tatsache, dass er gleich zwei verschiedene Zytokine blockieren kann: die Interleukine 4 und 13. Die Rezeptoren, an die diese beiden Zytokine andocken, haben eine Untereinheit gemeinsam, und mit genau dieser Domäne interferiert Dupilumab. Die Konsequenz: Aktivierte Typ-2-Helfer-T-Zellen (Th2), die nach aktuellem Verständnis in annähernd der Hälfte der Fälle bei allergischem Asthma eine wichtige Rolle spielen, werden ausgebremst.

Ein hoher Titer von eosinophilen Granulozyten im Blut oder Sputum spricht dafür, dass im individuellen Fall die Th2-Schiene aktiviert ist. Nur bei diesen Patienten ist eine Wirkung von Dupilumab zu erwarten. In die Phase-IIa-Studie wurden deshalb Patienten mit moderatem bis schwerem therapierefraktärem Asthma bei erhöhten Eosinophilen-Werten im Blut (300 Zellen oder mehr pro µl) oder im Sputum (3 Prozent und mehr) eingeschlossen. Trotz Therapie mit einem mittel bis hoch dosierten Glucocorticoid in Kombination mit einem lang wirksamen β2-Sympathomime­tikum litten alle eingeschlossen Pa­tienten vor Studienbeginn an Asthmasymptomen.

 

Jeweils 52 Patienten wurden randomisiert der Verum- beziehungsweise Placebogruppe zugeordnet. Die Patienten erhielten einmal pro Woche eine subkutane Injektion von 300 mg Dupilumab oder Placebo. Nach vier Wochen wurde die vorbestehende bronchodilatierende Therapie abgesetzt, die Glucocorticoide wurden von der sechsten bis zur neunten Woche ausgeschlichen.

 

Primärer Endpunkt war eine Exazerbation des Asthmas. Als solche wurde eine Verschlechterung des morgendlichen Peak-flow-Werts um mindestens 30 Prozent an zwei Folgetagen oder ein definiert ansteigender Verbrauch an Bedarfsmedikamenten gewertet. Regelmäßig wurde im Verlauf der Studie die forcierte Einsekundenkapazität FEV1 ermittelt, und die Asthmasymptomatik wurde morgens, abends und nachts standardisiert erfasst.

 

Placebo signifikant überlegen

 

Unter Dupilumab beendeten 87 Prozent der Patienten die zwölfwöchige Studie, unter Placebo dagegen waren es nur 67 Prozent. Hauptgrund für einen vorzeitigen Studienabbruch war Therapieversagen. Zu einer Exazerba­tion kam es unter Dupilumab bei drei (6 Prozent) und unter Placebo bei 23 (44 Prozent) der Patienten. Das entspricht einer Risikoreduktion um 87 Prozent. Auch bezüglich der weiteren Prüfparameter war eine klare Überlegenheit des Antikörpers gegenüber Placebo nachweisbar, schreiben die Autoren im »New England Journal of Medicine« (doi: 10.1056/NEJMoa1304048).

 

Alle Therapieeffekte etablierten sich erst während der Monotherapiephase; in Kombination mit Gucocorticoiden und/oder lang wirksamen β2-Sympatho­mimetika war kein Zusatznutzen des Antikörpers festzustellen. Das wird in einem Editorial zur Studie als Kritikpunkt angeführt: In der Asthmatherapie seien nicht eigentlich neue Medikamente als Ersatz des etablierten Therapiekonzepts erwünscht, vielmehr würden effektive Add-on-Medikamente gebraucht.

 

Als Nebenwirkungen wurden unter Dupilumab Reaktionen an der Einstichstelle, Nasopharyngitis, Nausea und Kopfschmerzen gesehen. In einem Fall wurde die Therapie wegen einer progredienten Urtikaria mit Ödemen abgebrochen.

 

Weitere Studien an größeren Kollektiven und über längere Zeiträume sind erforderlich, um Wirksamkeit und Sicherheit von Dupilumab genauer zu erfassen, so die Autoren. Laut Hersteller Sanofi/Regeneron sind bereits Phase-IIb-Studien auf dem Weg, und zwar sowohl bei Asthma als auch bei atopischer Dermatitis, denn das Wirkprinzip scheint auch bei anderen allergischen Erkrankungen zu greifen. /

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