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Approbationsordnung

Revolution statt Reformen

04.06.2014
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Von Christina Hohmann-Jeddi, Düsseldorf / Der Beruf des Apothekers wandelt sich und dementsprechend muss sich auch das Pharmaziestudium verändern. Reformen reichten hier nicht aus, eine Revolution sei nötig, hieß es bei einer Podiumsdiskussion des Bundesverbands der Pharmaziestudierenden in Deutschland (BPhD), der in Düsseldorf stattfand..

Wie wichtig die Klinische Pharmazie für den Beruf ist, stellte Professor Dr. Hartmut Derendorf von der Universität Florida in Gainesville dar: »Sie ist die Kernkompetenz des Apothekers.« Die Klinische Pharmazie komme im Studium in Deutschland derzeit noch zu kurz. Dem stimmte auch BPhD-Präsident David Reiner zu. 

 

Es habe sich in den vergangenen Jahren zwar etwas bewegt, doch noch immer gebe es große qualitative und quantitative Unterschiede zwischen den einzelnen pharmazeutischen Instituten in Bezug auf die Klinische Pharmazie. Diese Unterschiede stellen ein massives Problem für die Berufsvertretung dar, machte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt deutlich. »Für uns ist das sehr schwierig, wenn die Qualifikation auf einem so wichtigen Feld so unterschiedlich ausfällt.« Gerade für die Berufsvertretung sei daher der Wunsch nach einem einheitlich hohen Niveau der Ausbildung in Klinischer Pharmazie von essenzieller Bedeutung.

 

Für Ziele engagieren

 

Auch Dr. Roberto Frontini machte deutlich, dass die Ausbildungsqualität noch ausbaufähig ist. »Im internationalen Vergleich ist Deutschland weit hinten«, sagte der Präsident der Europäischen Vereinigung der Krankenhausapotheker (EAHP). Dabei zeigte er sich pessimistisch: Er habe noch nie eine solche Sturheit bei Hochschullehrern gesehen wie in Deutschland. »Es braucht eine Revolution«, sagte Frontini, und appellierte an die Studenten, aktiv zu werden und sich für ihre Ziele zu engagieren. Es könne nicht sein, dass fertige Pharmazeuten die Uni verlassen, ohne einen Patienten gesehen zu haben.

 

Darin stimmte auch Derendorf mit ihm überein. »Deutschland ist international zurzeit nicht wettbewerbsfähig.« Das Studium müsse dringend überholt werden. In den 1980er-Jahren habe es in den USA dieselbe Diskussion über die Veränderung des Berufsbilds und der Zuwendung hin zum Patienten gegeben. Damals habe man dort das Studium vollständig umgestellt – nicht nur umstrukturiert, sondern »auf einem weißen Blatt« zusammengetragen, was der Apotheker in seiner Ausbildung lernen muss. Die Neuordnung hätte vielen wehgetan, sei aber schnell akzeptiert worden. »Ich weiß nicht, ob wir eine Revolution brauchen«, sagte Derendorf. Aber die Ausbildung müsse an den Bedürfnissen der Auszubildenden und nicht an denen der Ausbilder ausgerichtet werden.

 

Leitbild als wichtiger Schritt

 

Jetzt ginge es darum, den Rückstand aufzuholen, machte Schmidt klar. Das Leitbild sei dabei ein wichtiger Schritt. Nun beginne der Strategieprozess, in dem festgelegt werde, welche konkreten Maßnahmen erforderlich seien, um das im Leitbild festgelegte Ziel zu erreichen. Die Umstrukturierung des Studiums sei dabei ein wichtiger Aspekt, allerdings sei fraglich, ob man in Deutschland den Mut habe, die Approbationsordnung so vollständig zu verändern wie in den USA, so Schmidt. Er sprach sich für eine Verlängerung des Studiums aus. Eine Spezialisierung vor dem Staatsexamen, wie sie manchmal vorgeschlagen werde, strebe die ABDA nicht an. Aber eine Spezialisierung nach dem Staatsexamen könne er sich vorstellen. »Wir haben einen großen Anpassungsbedarf bei der Ausbildung, weil sich der Beruf so massiv verändert«, sagte Schmidt. Dies werde ein langer, schmerzhafter Prozess, der aber sicherlich erfolgreich abgeschlossen werde. »Dann werden wir nicht nur den Rückstand aufholen, sondern wieder ganz vorne sein.« /

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