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Reisemedizin

Gesund im Badeurlaub

10.07.2012
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Von Anna Hohle, Berlin / Der Sommer ist da und damit die Ferienzeit. Die Mehrzahl der deutschen Urlauber zieht es Jahr für Jahr zum Schwimmen und Sonnen an die Küsten dieser Welt. Doch Strand und Meer bergen spezielle Gesundheitsgefahren.

Auf Platz eins unter den maritimen Urlaubszielen rangieren in Deutschland seit Jahren die Mittelmeerländer. Von 75,6 Millionen gebuchten Ferienreisen im Jahr 2010 gingen 22,4 Millionen nach Spanien, Marokko und Co. Und obwohl die meisten Deutschen noch immer am liebsten im eigenen Land verreisen, will auch der größte Teil der innerdeutschen Urlauber auf Strand und Wellen nicht verzichten: An der Spitze der Reiseziele innerhalb der Bundesrepublik standen 2010 Nord- und Ostsee mit 9,3 Millionen Buchungen.

 

Beratung vor jeder Reise

 

Viele Erholungssuchende vergessen, dass nicht nur die Reise selbst geplant sein will. »Nur die Hälfte der deutschen Überseeurlauber lässt sich in irgend­einer Form reisemedizinisch beraten«, sagte Privatdozent Dr. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM), bei einem Forum des CRM im Rahmen der Interna­tionalen Tourismus-Börse in Berlin. Von den Mittelmeerreisenden seien es sogar nur 20 Prozent. Jelinek betonte, dass sich viele Unfälle und Infektionen im Urlaub vermeiden ließen, »wenn man sich vor Reiseantritt mit dem Thema beschäftigt«.

Nicht gegen alle Infektionen, die einem auf Reisen drohen, kann man sich impfen lassen (lesen Sie dazu auch Hämorrhagische Fieber: Gefährliche Viren auf dem Vormarsch). Umso wichtiger ist es, diese Präventionsmöglichkeit zu nutzen, wo sie sich bietet: »Reisen sind immer ein guter Anlass, den eigenen Impfschutz zu überprüfen«, riet Jelinek. Neben den Standard­impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Masern könne je nach Zielort ein Schutz gegen Hepatitis A und B, Typhus oder Gelbfieber nötig sein. »Je exotischer das Reiseziel ist und je einfacher die Reisebedingungen, desto umfassender muss der Impfschutz ausfallen«, so der Reisemediziner.

 

Urlauber sollten sich frühzeitig informieren, welche Vorsichtsmaßnahmen für ihr Reiseziel empfohlen werden. In bestimmten Regionen beugt ein konsequenter Mückenschutz nicht nur lästigem Jucken und Kratzen vor, sondern bewahrt auch vor Krankheiten wie Malaria oder dem Dengue-Fieber. »Gerade Strand- und Cluburlauber schützen sich vor Mückenstichen oft unzureichend«, sagte Jelinek. Abhängig vom genauen Reiseziel und den geplanten Aktivitäten am Urlaubsort können eine Chemoprophylaxe oder eine Stand-by-Medikation mit einem Malariamittel oder Doxycyclin indiziert sein. Moskitonetze und Klimaanlagen können zusätzlich vor nächtlichen Stech­attacken schützen.

 

Schutz vor der Sonne

 

Ob am Timmendorfer Strand oder an der Costa Brava – Deutsche schützen sich selbst und ihren Nachwuchs oft zu nachlässig vor Sonnenschäden. Gerade bei Kindern kann diese Sorglosigkeit ernsthafte Folgen haben, denn bereits ein einziger schwerer Sonnenbrand im Kindesalter erhöht langfristig das Hautkrebsrisiko. Vor allem hellhäutige Personen sollten daher die direkte Sonne meiden und Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von 30 oder höher verwenden. Nach jedem Schwimmen und auch bei starkem Schwitzen muss nachgecremt werden. Jelinek riet dazu, Sonnenschutzmittel vor der Abreise einzukaufen. Eine gute Qualität der Cremes sei im Ausland nicht immer gewährleistet.

Bunte Fische, exotische Krebstiere: Beim Schwimmen und Klettern am Riff und auf Felsen können Urlauber auf interessante Meeresbewohner treffen. Dieser Kontakt kann jedoch schnell unangenehm werden. Die Stacheln eines Seeigels etwa bleiben bei der kleinsten Berührung in der Haut stecken, sind schwer zu entfernen und führen meist zu schmerzhaften Entzündungen (siehe Abbildung). Davor schützen nur größte Vorsicht und Badeschuhe.

 

Giftige Quallen

 

Auch Quallen sind nicht immer harmlos. Während die an deutschen Küsten vorkommenden Arten meist keine Gefahr darstellen, kann die Berührung ihrer giftigen Verwandten ernsthafte Verletzungen hervorrufen. Die Tentakeln etwa der Portugiesischen Galeere oder von Würfelquallen wie der Seewespe enthalten Gifte, die im schlimmsten Fall zum Herztod führen können. Urlauber sollten sich daher rechtzeitig informieren und Warnungen vor Quallen ernst nehmen.

 

Ist es dennoch zur Berührung gekommen, sollten an der Haut haftende Tentakel auf keinen Fall mit Süßwasser abgespült werden, warnte Professor Dr. Dietrich Mebs vom Zentrum für Rechtsmedizin der Universität Frankfurt am Main. Dies aktiviere die verbliebenen Nesselzellen und verschlimmere die Verletzung. »Stattdessen können Seewasser oder Weinessig verwendet werden«, so der Toxinologe. Sind größere Hautpartien betroffen oder ist eine der oben genannten Arten Auslöser der Verletzung, sollten Urlauber einen Arzt aufsuchen.

 

Kinder sind beim Kontakt mit giftigen Meerestieren besonders gefährdet, da die jeweilige Giftdosis bei ihnen aufgrund ihres geringeren Körpergewichts stärker wirkt. Auch bei kleinen Verletzungen sollten Eltern mit betroffenen Kindern deshalb stets einen Arzt aufsuchen.

Nicht nur die Berührung, auch der Verzehr von Meerestieren kann gefährlich werden. An sich harmlose Fisch- und Muschelarten würden mitunter giftig, wenn sie bestimmte Algen als Nahrung aufgenommen haben, so Mebs. Die neurologischen Nachwirkungen dieser Vergiftungen spüren Betroffene bisweilen noch Wochen oder Monate später. Reisende sollten sich aus diesem Grund über das Auftreten toxischer Algen am Urlaubsort informieren und im Zweifel auf den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten verzichten.

 

Sportliche Aktivitäten am Wasser machen Spaß und halten fit. Dennoch sollten Urlauber umsichtig handeln und sich vorab informieren. Insbesondere gute Schwimmer überschätzen häufig die eigene Sportlichkeit und schwimmen zu weit hinaus. Ein weiterer Grund für Badeunfälle ist fehlende Ortskenntnis. »So reizvoll es klingen mag, an einem einsamen Strand fern der Massen schwimmen zu gehen, so gefährlich ist es auch, vor allem, wenn man das Gebiet nicht kennt und alleine ist«, mahnte Jelinek.

 

Auch beim Tauchen gilt es, das eigene Können realistisch einzuschätzen. In jedem Fall ist vor dem Urlaub eine Tauchtauglichkeits-Untersuchung erforderlich. Von spontanen Tauchkursen am Urlaubsort riet Jelinek ab. Ein Fragebogen durch den Veranstalter könne niemals eine medizinische Untersuchung ersetzen. Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, akuter Nasennebenhöhlenentzündung und Schwangere sollten aufs Tauchen ganz verzichten. / 

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