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Adexa

Gewerkschaft wird 60 Jahre alt

09.07.2014
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Von Daniel Rücker, Hamburg / Die Apothekengewerkschaft Adexa ist 60. Im Jahr 1954 gründeten Apothekenmitarbeiter den Bundesverband der Angestellten in öffentlichen Apotheken (BVA). Zuerst nur Interessensvertretung für angestellte Apotheker öffnete sich die Organisation später anderen Berufsgruppen.

Auf der Jubiläumsveranstaltung vergangene Woche in Hamburg betonte die Adexa-Vorsitzende Barbara Neusetzer vor 120 Gästen die Notwendigkeit, dass Apothekenleiter und -angestellte gegenüber der Politik solidarisch auftreten. Dies habe sich ganz besonders bei den Demonstrationen gegen das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz im Jahr 2006 gezeigt.

 

40 000 Demonstranten

 

Damals hatten Leiter und Angestellte gemeinsam gegen das Gesetz demonstriert. 40 000 Teilnehmer kamen zu den vier Demonstrationen. Für Neusetzer steht fest: »Ohne die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Apotheken wären solche Demonstrationen nicht möglich gewesen.« Die Umbenennung in Adexa spendierte sich die Gewerkschaft vor 10 Jahren.

 

Im Jahr 2010 agierten Apothekenleiter und -mitarbeiter wieder gemeinsam. Neusetzer hatte sich damals in einer Rede beim Deutschen Apothekertag deutlich gegen das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz positioniert und damit der ABDA den Rücken gestärkt.

 

In Hamburg übte die Adexa-Chefin aber auch Kritik am Verhalten der Apothekenleiter: »Ich wünsche mir eine noch größere Wertschätzung für die Mitarbeiter. Und zwar zu jeder Zeit, nicht nur, wenn es gerade in die Argumentationsschiene der ABDA oder der Apothekeninhaber gegenüber der Politik passt.« Neusetzer forderte die ABDA auf, die Mitarbeiter stärker als bislang in Entscheidungen einzubeziehen.

 

Darüber hinaus ging sie auch auf die Historie von Adexa ein. Ausgangspunkt war der Zusammenschluss der Tarifgemeinschaften der Länder im Gründungsjahr 1954. Daraus ging der BVA hervor, dessen Ziel es war, aus den regionalen Tarifgemeinschaften eine schlagkräftige Organisation zu formen. Im Gründungsjahr ließen die Rahmenbedingungen aus heutiger Sicht viel zu wünschen übrig. Das galt allerdings für viele Branchen. Die Wochenarbeitszeit lag bei 48 Stunden, Urlaub gab es abhängig von der Betriebszugehörigkeit für maximal 24 Werktage. Erst im Jahr 1968 bekamen die angestellten Apotheker eine Extra-Zahlung für die Nachtschicht.

 

ABDA-Präsident Friedemann Schmidt ist sich der Bedeutung der Apothekenmitarbeiter bewusst. »Die hohe Wertschätzung der Apotheken in der Bevölkerung resultiert maßgeblich aus dem Einsatz der Mitarbeiter für die Patienten«, sagte er in einem Grußwort. Apotheken seien ein Ort, an dem Menschen auf Menschen treffen. Die Voraussetzung dafür schafften die mehr als 100 000 Angestellten.

 

Auf Augenhöhe

Schmidt lobte das Engagement der Gewerkschaft für die gemeinsamen Interessen der Apotheker und die Rolle, die die Gewerkschaft einnimmt: »Adexa ist ein zuverlässiger, berechenbarer und kompetenter Partner, wenn es um die klare und entschiedene Interessensvertretung unserer Mitarbeiter geht.« Der Präsident des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden, David Reiner, bezeichnete Adexa als »die Hüterin der Augenhöhe zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern«.

 

Der Präsident der Hamburger Apothekerkammer, Kai-Peter Siemsen, forderte von der Bundesregierung eine bessere Vergütung der Apotheken. Die unzureichende Honorierung mache es für Leiter oft unmöglich, den Mitarbeitern mehr Gehalt zu bezahlen. Gebe es hier kein Umdenken in der Politik, dann sinke die Attraktivität der Apothekenberufe und es drohe eine Versorungskatastrophe.

 

Gleiche Erwartungen

 

Ulrike Mayer, Vorsitzende der österreichischen Apothekengewerkschaft und des Europäischen Verbands angestellter Apotheker, machte in ihrem Grußwort deutlich, dass die Angestellten in den öffentlichen Apotheken Europas gleiche Erwartungen an ihre Interessensvertretungen haben. »Wir wollen faire Arbeitsbedingungen und regelmäßige Gehaltserhöhungen«, forderte Mayer. Dazu gehöre auch, dass fortbildungswillige Angestellte dies nicht in ihrer Freizeit auf eigene Kosten machen müssten, sondern von ihrem Arbeitgeber Unterstützung verlangen könnten. Schließlich profitiere der Betrieb ganz erheblich von der Qualifikation der Mitarbeiter. Einen weiteren Beitrag über das Adexa-Jubiläum lesen Sie in der Druckausgabe der PZ 28/2014 auf Seite 75. /

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