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Objekt Heidestraße

»Funktional und wertstabil«

07.07.2015
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Von Daniel Rücker und Stephanie Schersch / Nach rund 15 Jahren verlässt die ABDA das Mendelssohn-Palais am Gendarmenmarkt. Der geplante Neubau in der Heidestraße biete viele Vorteile, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt im Interview mit der PZ. Für ihn ist der Umzug in die Europacity die optimale Lösung.

PZ: Die ABDA hat bald eine neue Heimat in der Nähe des Hauptbahnhofs. Was war der Grund, nach rund 15  Jahren aus dem Mendelssohn-Palais auszuziehen?

 

Schmidt: Das Mendelssohn-Palais ist einfach zu klein geworden. Mit der Zahl der Aufgaben der ABDA ist auch die Zahl der Mitarbeiter in einem Maße gestiegen, das vor fünfzehn Jahren nicht absehbar war. Wir mussten deshalb zusätzliche Büroflächen anmieten. Das ist auf lange Sicht weder arbeitseffizient noch wirtschaftlich. Eine Aufstockung des Gebäudes war angesichts hoher Kosten und begrenzten Raumgewinns keine vernünftige Lösung. Deswegen haben wir die konsequente Entscheidung getroffen, uns davon zu trennen.

 

PZ: In den vergangenen Monaten hat die ABDA eine Vielzahl von Objekten geprüft. Warum fiel die Wahl am Ende auf die Heidestraße?

 

Schmidt: Wir haben sämtliche Miet-, Kauf- und Bauoptionen in einem großzügigen Radius rund um das Regierungsviertel zusammen mit externem Sachverstand eruiert und anhand eines Kriterienkatalogs geprüft. Auf der Liste standen anfangs rund 50 Standorte. Am Ende hat sich der Standort in der Heidestraße als der mit Abstand beste herausgestellt: Er hat eine zentrale Lage, die richtige Größe und eine optimale Verkehrsanbindung. Das Gebäude bietet eine wertstabile Investition mit hoher Funktionalität für die Arbeit des Verbands.

 

PZ: Warum sollte es ein Neubau sein? Eine Bestandsimmobilie hätte man doch viel schneller beziehen könne­n.

 

Schmidt: Hätte es eine Bestandsimmobilie gegeben, die die Kriterien im gleichen Maße erfüllt, hätten wir die natürlich vorgezogen. Aber es gab sie eben nicht. Ich bin froh, dass wir uns nicht für die schnellste, sondern die beste und dauerhafteste Lösung entschieden haben.

 

PZ: Wann wird die ABDA das neue Apothekerhaus entgegennehmen können?

 

Schmidt: Der Einzug ist geplant für Februar 2019. Wenn alles sehr glatt geht, könnte es auch schon im Juli 2018 klappen, früher aber auf keinen Fall.

 

PZ: Die Geschäftsstelle wird nicht direkt in die Europacity ziehen, sondern im Herbst zunächst in angemietete Räume Unter den Linden. Ist diese Zwischenlösung mit erneutem Umzug nicht sehr teuer?

 

Schmidt: Es wäre unwirtschaftlicher gewesen, auf mittlere Sicht im jetzigen Stammhaus zu bleiben. Denn dann hätten uns die Behörden zu weiteren Umbauten verpflichtet, um zwischenzeitlich geänderte Brandschutzvorschriften einzuhalten. Das hätte zusätzliches Geld gekostet, das man bei einem späteren Verkauf an einen Interessenten, der ein anderes Nutzungskonzept verfolgt, nicht einspielt. Der vorübergehende Umzug in einen Bürotrakt zu ortsüblichen Mietkonditionen ist die ökonomischere Variante.

 

PZ: Zuletzt waren zahlreiche ABDA-Mitarbeiter in andere Gebäude ausgelagert, weil im Apothekerhaus der Platz fehlte. Können Sie dies für das neue Haus ausschließen?

 

Schmidt: Definitiv ja. Alle Mitarbeiter der ABDA in Berlin werden unter einem Dach sein. Das Raumangebot ist so kalkuliert, dass es für die nächsten zwanzig Jahre Sicherheit bietet.

 

PZ: Umzüge der ABDA waren in den vergangenen Jahren auch innerhalb der Mitgliedsorganisationen immer wieder Auslöser heftiger Diskussionen. Dieses Mal gab es trotz einiger medialer Attacken eine breite Zustimmung. Was haben Sie anders gemacht als früher?

 

Schmidt: Wir haben klare Bedarfskriterien formuliert und Funktionalität vor Repräsentativität gestellt. Wir hatten einen Auswahlprozess über mehrere Stufen, haben darüber kontinuierlich informiert und jeden Schritt mit den Mitgliedsorganisationen diskutiert. Im Gesamtvorstand und in der Mitgliederversammlung hat die Überzeugung geherrscht, dass die Standortentscheidung wichtig ist, um den Verband fit für die Zukunft zu machen. Und dass sie zügig vom Tisch muss, damit man sich auf die inhaltliche Arbeit konzentrie­ren kann.

 

PZ: 31,5 Millionen Euro sind viel Geld. Wie werden Sie das Haus finanzieren, müssen sich die Apotheker an den Kosten beteiligen?

 

Schmidt: Nein, der Kauf wird nicht zu höheren Beiträgen führen. Er belastet nicht den laufenden Haushalt, sondern wird aus der Vermögensverwaltung der ABDA finanziert.

 

PZ: Wann wird das Mendelssohn-Palais verkauft?

 

Schmidt: Wir werden uns für den Verkauf des Hauses externe Beratung holen. Wenn es den passenden Interessenten gibt und die Konditionen stimmen, geben wir es ab. Aber da stehen wir nicht unter Druck, weil die Finanzierung des Standortes Heidestraße nicht vom Verkauf des Mendelssohn-Palais abhängt. /

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