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Vaginalprobleme ohne Peinlichkeit klären

31.08.2009
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Vaginalprobleme ohne Peinlichkeit klären

Von Elke Wolf

 

Über Beschwerden im Vaginalbereich ohne Hemmungen zu sprechen, dürfte den meisten Frauen schwerfallen. Wie man im Beratungsgespräch den richtigen Ton findet, erklärte Dr. Katja Renner, Apothekerin aus Wassenberg, im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung.

 

»Umfragen zeigen, dass Apotheker zu sensiblen Themen nicht so diskret beraten, wie das die Kunden erwarten. Doch meine Erfahrung ist, dass sich die Kollegen mit der Beratung zurückhalten, weil sie befürchten, dem Patienten zu nahe zu treten. Vaginalleiden, Hämorridalbeschwerden und Co. sind schambesetzt. Aber gerade zu diesen sogenannten Tabuthemen brauchen die Patienten einen kompetenten Ansprechpartner.«

 

Renner, für die Apothekerkammer Nordrhein sehr engagiert in Sachen diskrete Beratung, hält es für hilfreich, wenn eine Apothekerin oder PTA das Beratungsgespräch über ein typisches Frauenproblem übernimmt. Bei einem Gespräch von Frau zu Frau sei die Schamschwelle niedriger. »Vielfach sucht sich die Kundin selbst den gewünschten Ansprechpartner vom Apothekenteam heraus. Sie will dann lieber mit der älteren Apothekerin sprechen als mit der 19-jährigen PTA-Praktikantin. Oder sie fragt gleich nach der Chefin.«

 

Als Apotheker sollte man ein Gefühl dafür entwickeln, wann sich ein Gespräch über ein heikles Thema anbahnt. Spricht die Kundin gleich zu Anfang sehr leise, formuliert mehrdeutig oder beugt sich etwas über den HV-Tisch, sollte man sich sofort selbst auf diese Diskretionsebene begeben, empfiehlt Renner. »Man nimmt den Kunden am besten mit einem unverfänglichen Vorwand zur Seite.« In den Beratungsraum könne man die Kundin am besten mit banalen Vorwänden wie »Da geht kein Telefon, da sind wir ungestört« lotsen. Das Thema sollte ganz selbstverständlich behandelt werden. Auf keinen Fall dürfe der Anschein entstehen, dass sich der Apotheker schämt, über dieses Problem zu sprechen.

 

»Gleich zu Gesprächsbeginn muss das Tabu gebrochen werden«, rät die Expertin. Der Patientin soll klar werden, dass es eine Erklärung für ihre Beschwerden gibt und dass sie diese nicht ertragen muss. Denn es gibt Hilfe aus der Apotheke. Zudem sei es wichtig, eine vertrauliche Atmosphäre zu schaffen. Dazu die Fragen am besten beginnen mit: »Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie …« oder »Sie sagten, Sie haben bereits seit zwei Wochen Beschwerden …« Das signalisiert der Kundin, dass man sich auf sie einlässt.

 

Gerade ältere Kundinnen tun sich oft schwer, die Beschwerden zu artikulieren, weil sie Worte wie Vagina oder Scheide nicht über die Lippen bringen. Renner rät, vorsichtig geschlossene Fragen zu stellen. »Tabuthemen sind die einzige Indikation, wo es nicht sinnvoll ist, mit offenen W-Fragen mehr vom Kunden erfahren zu wollen. Hier kann man mit geschlossenen Fragen viel über das Beschwerdebild herausfinden.« Dazu könne man einen imaginären Fragebaum abarbeiten, der am besten zuvor im Team erarbeitet wurde.

 

Um nach außen zu signalisieren, dass die Apotheke Ansprechpartner für sensible Themen ist, empfiehlt die Apothekerin, von Zeit zu Zeit eine Aktion zu starten und diese beispielsweise im Schaufenster durch eine passende Deko zu begleiten. Plakate in der Offizin könnten darauf hinweisen: »Beratung braucht Diskretion. Melden Sie sich.« Auch selbst gestaltete Flyer mit allgemeinen Tipps und Ratschlägen für das jeweilige Krankheitsbild kämen als firmenunabhängiges Medium gut an.

 

Und noch einen Tipp hat Renner parat: Bei Stammkunden solle man sich beim nächsten Gespräch ein Feedback holen oder beim Verabschieden um eine Rückmeldung bitten. So lässt sich bei Misserfolgen viel eher einhaken. Hier sieht Renner eine Profilierungsmöglichkeit der Apotheke gegenüber Versandapotheken. »Die vermeintliche Anonymität des Internets verzögert eine hilfreiche Therapie.«

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