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Experten beklagen Unterversorgung von Allergikern

10.09.2013
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dpa / Allergiker in Deutschland sind einer Studie zufolge medizinisch unterversorgt. Während die Anzahl der Heuschnupfen-Patienten und Asthmatiker von 2007 bis 2010 um 0,4 und 8,7 Prozent anstieg, ging die Zahl der Behandlungen im gleichen Zeitraum zurück, wie Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen herausgefunden haben.

Praxen rechneten allergologische Behandlungen bei Asthma zu rund 27 Prozent weniger ab, bei Heuschnupfen gab es sogar einen Rückgang um 31 Prozent.

 

Basis der Studie sind 40 Millionen Abrechnungsdaten von 10 Millionen gesetzlich Versicherten in Deutschland. Das Ergebnis stellte der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) auf dem Deutschen Allergiekongress in Bochum vor. AeDa-Vizepräsident Professor Dr. Ludger Klimek beklagte, dass »etwas grundlegend schiefläuft, über alle Fachgruppen hinweg. Die Bereitschaft unter Ärzten, sich für eine Zusatzausbildung zum Allergologen zu melden, ist in den vergangen zehn Jahren um zwei Drittel zurückgegangen.« Als Grund dafür sieht Klimek auch das Abrechnungssystem, das Medizinern die Behandlung von Allergien nicht entsprechend vergütet. »Was wir aber hier kurzfristig im Gesundheitssystem einsparen, müssen wir langfristig teuer mit einem Plus an chronischen Erkrankungen bezahlen«, sagte er.

 

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Professor Dr. Harald Renz, forderte in Bochum in Sachen Allergien ein generelles Umdenken. »Jedes dritte Kind wächst mit dem Risiko auf, krank zu werden. Trotzdem werden Allergien bagatellisiert. Bei 20 Prozent aller Asthmatiker aber schlagen die Therapien nicht an, ihnen können wir nicht helfen.« Renz wünscht sich Änderungen auf allen Ebenen, angefangen im Medizinstudium und bei der Ausstattung der Universitäten. Für die Zeit nach der Bundestagswahl forderte er die Bundesregierung auf, klinische Spitzenzentren für Allergologie einzurichten. /

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