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Zwei Jahre Stillstand

13.10.2015
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Von Planungssicherheit können die Apotheker derzeit nur träumen. Zumindest eines scheint jetzt klar: Bis auf Weiteres ändert sich an dieser Ausgangslage nichts. Denn vor der nächsten Bundestagswahl wird das Fixhonorar der Apotheker wohl nicht mehr steigen. Das Wirtschaftsministerium will zunächst externe Gutachter bestellen, die für künftige Anpassungen der Vergütung eine neue Berechnungsmethode ausarbeiten sollen. Bis hier erste Ergebnisse vorliegen, könnten volle zwei Jahre vergehen – für den Rest der Legislaturperiode bedeutet das aller Voraussicht nach Stillstand beim Honorar (lesen Sie dazu Apothekenhonorar: Vorerst kein Vergütungs).

 

Für die Apotheker ist diese Ansage ein Schlag ins Gesicht. Zwar hatten auch sie in den vergangenen Monaten immer wieder auf eine neue Berechnungsmethode gedrängt, denn der bisherige Weg lässt den Mehraufwand in den Betrieben teilweise außer Acht. Im Grundsatz ist es also nicht schlecht, dass neutrale Gutachter die Berechnungen nun auf ganz neue Füße stellen. Der Zeitrahmen für die Überprüfung ist jedoch äußerst großzügig gewählt. Hinzu kommt: Das Wirtschaftsministerium will offenbar nicht nur das Fixum, sondern zeitgleich auch alle weiteren Bestandteile der Arzneimittelpreisverordnung im Rahmen des Gutachtens auf den Prüfstand stellen. Damit könnte auch ein mögliches Plus bei der Vergütung von Rezepturen oder der Abgabe von Betäubungsmitteln (BtM) vorerst auf Eis liegen.

 

In beiden Punkten hatten Politiker der Koalition zuletzt immer wieder Verständnis für die Forderungen der Apotheker signalisiert. Tatsächlich ist die Herstellung von Rezepturen heute meist ein Zuschussgeschäft. Ähnlich sieht es in der BtM-Versorgung aus. Gerade einmal 26 Cent gibt es für die besonderen Dokumentationspflichten rund um diese Arzneimittel. Auf Dauer werden die Apotheker ihre Patienten auf einer solchen Basis nicht kostendeckend versorgen können. Das sollte auch der Bundesregierung klar sein.

 

Fasst die Koalition das Thema Honorierung dennoch tatsächlich vorerst gar nicht mehr an, bleibt den Apothekern noch der Bundestag als letzte Chance. Eine Initiative aus dem Parlament könnte die Regierung zwingen, das Thema wieder auf die Agenda zu holen. Das ist zwar unwahrscheinlich, würde aber erneut Bewegung in die Sache bringen – und den Apothekern neue Hoffnung auf mehr Planungssicherheit bescheren.

Stephanie Schersch

Ressortleitung Politik & Wirtschaft

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