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Zwei Morbus-Bechterew-Gene entdeckt

22.10.2007
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Zwei Morbus-Bechterew-Gene entdeckt

Von Christina Hohmann

 

Ein internationales Forscherkonsortium hat zwei Gene entdeckt, die an der Pathogenese von Morbus Bechterew beteiligt sind. Die Erkenntnisse liefern einen neuen Therapieansatz zur Behandlung der chronisch-rheumatischen Erkrankung.

 

Morbus Bechterew (auch Spondylitis ankylosans) ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die zur Versteifung der Gelenke, vor allem der Wirbelsäule führt. Etwa 100.000 bis 150.000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Die Ursachen der schmerzhaften und sehr beeinträchtigenden Krankheit sind nur unzureichend verstanden, sagt Professor Dr. Matthew Brown von der Oxford-Universität. Er ist Teil eines internationalen Forscherteams, das eine genomweite Suche nach genetischen Mutationen durchführte. Das Konsortium analysierte DNA-Proben von 1000 Patienten mit Morbus Bechterew und verglich sie mit denen von nicht betroffenen Personen. Dabei stießen sie auf zwei Gene, die an der Pathogenese beteiligt sind: ARTS1 und IL23R. Die Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachjournal »Nature Genetics« (Doi: 10.1038/ng.2007.17).

 

Das Gen IL23R kodiert für den Rezeptor für Interleukin 23, der auf verschiedenen Immunzellen vorhanden ist. Das Gen spielt auch bei anderen Erkrankungen wie Morbus Crohn und Psoriasis eine wichtige Rolle, die häufig zusammen mit Morbus Bechterew auftreten. Die neue Entdeckung liefert die Erklärung für diesen Zusammenhang. Die Arbeit könnte auch zur Entwicklung einer neuen Therapieoption für Morbus Bechterew führen, denn ein Wirkstoff, der die Aktivität des IL23R-Gens hemmt, ist bereits für Morbus Crohn in Erprobung.

 

Das zweite Gen, ARTS1, kodiert für ein Enzym, das Pathogene in Bruchstücke zerlegt. Diese werden dann über das Oberflächenprotein HLA-B27 Immunzellen präsentiert. Vom HLA-B27-Gen ist schon seit 37 Jahren bekannt, dass es an der Entstehung von Morbus Bechterew beteiligt ist. Vermutlich ist also bei Patienten die Präsentation von Pathogen-Fragmenten und die Aktivierung von Immunzellen gestört.

 

Allein das lang bekannte HLA-B27-Gen erklärt etwa 40 Prozent aller Bechterew-Erkrankungen, sagt Professor Dr. John Reveille von der Texas University in Houston, einer der führenden Wissenschaftler des Konsortiums. Zusammen mit den beiden neu entdeckten Genen lassen sich vermutlich 70 Prozent der Fälle erklären. Reveille rechnet damit, in den nächsten Jahren weitere Krankheitsgene zu entdecken.

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