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Orale Antidiabetika

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23.11.2010
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Von Sven Siebenand, Berlin / Für die Therapie von Typ-2-Diabetes spielt Bewegung nicht nur eine wichtige Rolle. Auch seine Therapie ist in Bewegung. Ein Überblick über die Wirkstoffe, die derzeit zum Einsatz kommen und über diejenigen, die nicht mehr oder noch nicht verfügbar sind.

»Metformin und die Sulfonylharnstoffe haben zusammen einen Marktanteil von mehr als 75 Prozent bei den oralen Antidiabetika«, informierte Professor Dr. Helmut Schatz, Bochum, auf der Herbsttagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft Anfang November in Berlin.

Der klare Marktführer mit mehr als 50 Prozent sei das Biguanid Metformin. In Anbetracht neuer positiver Unter­suchungsergebnisse, zum Beispiel in Sachen Krebsrisi­ko- und Herzschwächereduktion, bezeichnete Schatz Metformin als »Tausendsassa«. Ein kleines Problem, was aber bei der Behandlung mit Metformin häufig über­sehen werde, sei ein durch den Wirkstoff hervorgerufener Vita­min-B12-Mangel. Um die gastrointestinalen Nebenwirkun­gen des Biguanids zu reduzieren, empfahl der Mediziner, die Dosis des Wirkstoffs, der in einigen Ländern auch in Pulverform zur Verfügung steht, nur langsam zu steigern.

 

Unterzuckerung und Gewichtszunahme: Trotzdem werden sich auch die Sulfonylharnstoffe noch lange halten, so die Einschätzung des Referenten. Schatz verwies darauf, dass es hinsichtlich der Hypoglykämie-Gefahr innerhalb der Wirkstoffklasse Unterschiede gebe. So sei das Risiko dafür bei Gliclazid zum Beispiel deutlich geringer als bei Glibenclamid. Grund dafür seien unterschiedliche Bindungsaffinitäten zum und Bindungsdauern am Rezeptor.

 

Große Erwartungen, so Schatz, waren auch mit der Einführung der Glitazone verbunden. Rosiglitazon konnte diese jedoch nicht erfüllen und ist Anfang des Monats vom Markt verschwunden. Pioglitazon bleibt als einziger Vertreter der Insulinsensitizer erhalten. Schatz hält das für richtig, weil es bestimmte Typ-2-Diabetiker gebe, die sehr von einer Glitazon-Therapie profitieren.

 

Besonderes Interesse gilt momentan den inkretinbasierten Therapien, also den GLP-1-Analoga sowie den Dipeptidyl-Peptidase-4-Inhibitoren (DPP4-Hemmer), die den Abbau von endogenem GLP-1 verzögern. Schatz informierte, dass sich mittlerweile auch orale GLP-1-Formulierungen in der klinischen Entwicklung befinden. Zudem würden Substanzen getestet, die das körpereigene GLP-1 stimulieren. Auch orales und inhalatives Insulin sowie ultralang- und ultraschnell-wirksame Insuline befänden sich in der Erprobung.

 

Relativ bald rechnet Schatz mit der Zulassung der sogenannten SGLT2-Hemmer. Diese erzeugen einen renalen Diabetes, sorgen also für die Ausscheidung von Zucker über den Urin. Die Substanzen Dapagliflozin und Canagliflozin befänden sich bereits in Phase-III-Studien. Der Mediziner könnte sich vorstellen, dass die Substanzklasse aufgrund ihrer Neigung zu Exsikkose und Genitalinfekten eventuell für ältere Frauen nicht infrage kommen wird. Neben den SGLT2-Hemmern befinde sich auch ein monatlich zu injizierendes Antisense-Präparat in der Entwicklung. Dieses soll die körpereigene Produktion des SGLT2-Rezeptors unterdrücken. / 

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