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Bilanz verhagelt

18.12.2012
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War 2012 ein gutes oder ein schlechtes Jahr? Ein schlechtes – werden wahrscheinlich die meisten selbstständigen Apotheker sagen und dabei vor allem an das Gezerre um eine faire Honorierung denken. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass 2012 wichtige Weichen für Chancengleichheit in der Arzneimittelversorgung gestellt wurden.

 

Gemessen an den eigenen Forderungen ist die Honoraranpassung bescheiden ausgefallen. 25 Cent mehr je Packung muten nach neun Jahren Stagnation wie ein Almosen an. Erträglicher macht die Situation die von der Bundesregierung angekündigte Notdienstpauschale. Um 190 Millionen Euro steigt dadurch die Vergütung. Das war ein richtiger Schritt, denn erstmals wird Versorgung und nicht nur die Abgabe von Arzneimitteln vergütet. Bleibt noch der Streit mit den Krankenkassen über den Abschlag. Eine Einigung von GKV und DAV ist noch fern. Ab Januar werden die Apotheker wieder mit 1,75 Euro abrechnen, die Kassen haben zuletzt 1,90 Euro angeboten. Mit ihrer Meinung stehen diese aber allein. Insgesamt hat die Honorarsituation im vergangenen Jahr bestenfalls eine 4- verdient.

 

Besser sieht es bei der Struktur aus. Seit Herbst müssen sich ausländische Apotheker an die Arzneimittelpreisverordnung halten. Boni sind weitgehend verboten. Nach der neuen Apothekenbetriebsordnung bleibt der Botendienst eine Ausnahme, und die Arzneimittelversorgung über große Entfernungen ist verboten worden. Viel mehr geht kaum. Die Versorgungsstruktur ist heute konsistenter. Das ist sicher einer 2+ würdig.

 

Das Resümee 2012 hätte besser ausfallen können als dies noch im Sommer denkbar war. Verhagelt wird die Bilanz aber von der aktuellen Datenklau-Affäre (lesen Sie dazu Datendiebstahl: Bahr drängt auf schnelle Aufklärung). Die ist längst nicht aufgeklärt, aber es ist klar, dass hier viel Schaden für die Apotheker angerichtet wurde. Natürlich ist der eingeschlagene Weg der Informationsbeschaffung indiskutabel. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Es ist gut, dass die ABDA eine Arbeitsgruppe »Verbands-Compliance« ins Leben gerufen hat und dort alle internen Prozesse überprüfen will, obwohl nicht gegen sie ermittelt wird. Die Standesvertretung der Apotheker funktioniert nur, wenn ihr vertraut wird. Dieses Vertrauen muss nun schnell wieder hergestellt werden. Wie groß am Ende der Schaden für wen sein wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Für eine endgültige Bilanz 2012 ist es deshalb noch zu früh.

 

Daniel Rücker

Chefredakteur

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