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Pro Generika-Grußwort

»Das ist pharmazeutisches Improvisationstheater«

Die Situation mit Lieferengpässen  erfordert nach Ansicht von Pro Generika-Chef Wolfgang Späth dringenden politischen Handlungsbedarf. Das betonte er heute anlässlich der Eröffnung der Expopharm in Düsseldorf. Wichtigste Maßnahme: obligatorische Mehrfach-Ausschreibungen bei Rabattverträgen.
Christina Hohmann-Jeddi
25.09.2019
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Die Situation mit Lieferengpässen in deutschen Apotheken sei mittlerweile untragbar, sagte Wolfgang Späth, Vorstandsvorsitzender von Pro Generika heute bei der Eröffnung der pharmazeutischen Fachmesse. Zum Teil sei keine sichere Arzneimittelversorgung mehr möglich, »das ist mehr ein pharmazeutisches Improvisationstheater«. Lieferengpässe hätten im vergangenen Jahr dramatisch an Bedeutung gewonnen. Derzeit sind demnach beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 230 nicht lieferbare Arzneimittel gemeldet.

An Vorschlägen, um die Situation zu verbessern, mangele es nicht, diese würden aber mehrheitlich nicht weiterhelfen, machte Späth deutlich. Wenn es eine Pflicht zur Meldung von Engpässen gäbe, wären diese zwar besser dokumentiert, »dadurch gibt es aber keine einzelne Packung mehr in Apotheken«. Durch Hamsterkäufe könne die Situation noch verschärft werden.

Auch die zum Teil geforderte Ausweitung zur Verpflichtung bei der Bevorratung, Stichwort »Nationale Arzneimittelreserve«, hätte nicht den gewünschten, sondern vielmehr den gegenteiligen Effekt. Denn wie das Beispiel Finnland gezeigt hätte, führten die mit den erhöhten Auflagen verbundenen Kosten dazu, dass sich Hersteller aus dem Markt zurückzogen. Auch die Forderung nach höheren Strafzahlungen bei Nichtlieferbarkeit von Herstellerunternehmen hätten einen ähnlichen Effekt. Das Setzen von Anreizen sei hier effektiver als Strafen, machte Späth deutlich.

Als schnelle effektive Lösung sieht Späth nur, bei Abschlüssen von Rabattverträgen eine obligatorische Mehrfachausschreibung einzuführen. »Das Risiko von Lieferengpässen ist niedriger, wenn drei Unternehmen an der Versorgung beteiligt sind.« Diese Lösung könne auch noch weiterentwickelt werden, indem man zum Beispiel gesonderte Zuschläge für Produkte aus Europa einführe. Die Produktion wichtiger Moleküle zurück nach Europa zu holen, sei nur langfristig zu realisieren: »Da reden wir über Dekaden, nicht über zwei, drei Jahre.«

Die Politik habe die »Schraube« Kostendruck überdreht und sei nun in der Pflicht zu handeln, sagte Späth. »Auch zu niedrige Preise können ein Risikofaktor für ein Gesundheitssystem sein.« Er sei nicht sicher, ob diese Erkenntnis schon in der Politik angekommen ist.

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