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Rezeptbetrug

Eine Apotheke mutmaßlich involviert

Ein bundesweites Betrugssystem mit gefälschten Rezepten hat die Kripo Nordhausen und die Staatsanwaltschaft Mühlhausen am gestrigen Dienstag aufgedeckt, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Thüringen. Mit gefälschten Rezepten und dem anschließenden Weiterverkauf der Medikamente könnten die mutmaßlichen Täter die Krankenkassen seit 2012 möglicherweise um Millionen betrogen haben.
Julia Endris
15.05.2019
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Seit Tagen wurde ein Mann und eine Frau von der Polizei überwacht, rund ein Dutzend Rezepte im Wert von etwa 50.000 Euro sollen laut MDR alleine in den Tagen der Überwachung eingelöst worden sein. Die polizeilichen Überwacher berichteten, dass sich die Täter mit Perücken und Brillen getarnt haben, wenn sie gefälschte Rezepte in Apotheken bundesweit einlösten. Drei Beschuldigte wurden festgenommen, in Berlin, Brandenburg und Niedersachsen durchsuchte die Polizei Wohnungen und Geschäftsräume.

Falsche Rezepte mit gestohlenen Patientendaten

Die drei Beschuldigten sollen sich nach Recherchen des MDR die Patientendatenbank einer Psychiatrischen- und Psychotherapeutischen Praxis in Bad Lauterberg in Niedersachsen besorgt haben. Offenbar wurden mit diesen Daten dann Rezepte gefälscht. Diese wurden anschließend bundesweit bei Apotheken eingelöst, in der Folge die Krankenkassen bei den Abrechnungen betrogen. Nach Angaben der Thüringischen Landeszeitung (TLZ) wurden die falschen Rezepte meist für teure Medikamente gegen Rheuma, Multiple Sklerose oder Arthritis ausgestellt. Die Unterschrift der Ärzte wurde ebenfalls gefälscht.

Apothekerin in Königswusterhausen gehört zu Hauptbeschuldigten

Anschließend wurden die Medikamente weiterverkauft. Ein Weg war eine Apotheke im brandenburgischen Königs Wusterhausen südlich von Berlin vermuten die Ermittler. Laut TLZ wurde hier am Dienstagmorgen ein Apothekerpaar und eine 32-jährige Angestellte verhaftet. Die Inhaberin der Apotheke gehört nach Angaben des MDR zu den Hauptbeschuldigten. Diese Apotheke soll auch als eine Art Großhändler aufgetreten sein und die Präparate an andere kleinere Apotheken weiterverkauft haben. 

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