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MS-Register bringt Klarheit

25.10.2004
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MS-Register bringt Klarheit

PZ  Mit dem Ziel, die Versorgungssituation von Patienten mit multipler Sklerose (MS) in Deutschland zu erfassen und künftig weiter zu verbessern, hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ein MS-Register geschaffen. Erste Ergebnisse des 2001 gestarteten Projektes stellte die DMSG vergangene Woche auf einer Pressekonferenz in Berlin vor.

Derzeit leben etwa 120 000 an MS erkrankte Menschen in Deutschland. Diese Zahl beruht allerdings auf Schätzungen, genaue Daten gab es bisher weder zur Anzahl der Erkrankten, noch zu den verschiedenen Verlaufsformen und Schweregraden. Erste verlässliche Erhebungen an mehr als 3200 Patienten lieferten jetzt die fünf an der Pilotphase zum MS-Register beteiligten Zentren in Berlin, Bochum, Hamburg, Rostock und Würzburg.

Laut der Untersuchung betrug das mittlere Alter der Patienten bei Beginn der Krankheit etwa 30 Jahre, Frauen waren 2,6-mal häufiger betroffen als Männer. 63 Prozent der Patienten litten unter einem schubförmigen, 28 Prozent an einem sekundär-chronisch progredienten und 6 Prozent an einem primär-chronischen Verlauf. Dabei waren sich die Patienten nach Erstsymptomen durchschnittlich 3,4 Jahre lang im Unklaren über ihre Erkrankung – erst dann erhielten sie die Diagnose MS.

Wie sehr multiple Sklerose das tägliche Leben einschränkt, verdeutlicht, dass nur noch 41 Prozent der Studienteilnehmer voll berufstätig waren. Fast ein Drittel der Patienten, die im Mittel seit 13 Jahren mit der Krankheit lebten und durchschnittlich 43 Jahre alt waren, musste den Beruf vorzeitig aufgeben und lebt in Rente.

Laut den Registerdaten aus den Regionen Würzburg und Rostock erkrankten 2,7 bis 3 von 100.000 Einwohnern pro Jahr an MS. Hochgerechnet ergibt dies 2500 Neuerkrankungen in Deutschland jährlich, was deutlich über der bislang angenommenen Anzahl liegt. Um diesen Trend zu hinterfragen und flächendeckende Erhebungen vorzunehmen, sollen laut DMSG ab nächstem Jahr weitere Zentren eingeschlossen und die Datenbasis auf 10.000 Erkrankte vergrößert werden.

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