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Mehr Dünger in den Pflanzenkübel

12.07.2004
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Forschung

Mehr Dünger in den Pflanzenkübel

von Conny Becker, Berlin

Auch wenn der Standort Deutschland immer wieder in die Diskussion gerät: Im Aus ist er noch nicht. Mehr Geld soll künftig in die Forschung und Entwicklung fließen.

So haben Bund und Länder beschlossen, den Haushalt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im kommenden Jahr um 3 Prozent, das ist ein Zuwachs um rund 40 Millionen Euro aufzustocken. Das berichtete DFG-Präsident Professor Dr. Ernst-Ludwig Winnacker auf der Jahrespressekonferenz in Berlin. Er begrüßte den Entschluss von Regierung und Wirtschaft, die Mittel für Forschung und Entwicklung bis 2010 auf 3 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu erhöhen. „Die jetzigen Größenordnungen reichen aber längst nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen“, urteilte Winnacker. So sei etwa ursprünglich vorgesehen gewesen, den DFG-Haushalt um 6 Prozent zu steigern. Die Beteiligten müssten ihre Anstrengungen verstärken, wobei ihnen etwa Finnland als Vorbild dienen könnte, das schon jetzt 3,3 Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung steckt.

Auch auf europäischer Ebene soll der Fokus stärker auf die Grundlagenforschung gerichtet werden. Dabei ist laut Winnacker geplant, ab 2006 ein European Research Council zu errichten. In dieser außerhalb der EU-Kommission angesiedelten Förderorganisation sollen Wissenschaftler autonom über Forschungsvorhaben entscheiden, allein geleitet von dem Kriterium der wirtschaftlichen Qualität. „Wenn es gelingt, die besten Forscherinnen und Forscher in Europa auf ihren jeweiligen Gebieten miteinander in Wettbewerb treten zu lassen - was heute nicht der Fall ist - wäre dies sicherlich ein Beitrag zur Stärkung des europäischen Forschungsraums“, sagte der DFG-Präsident.

In Deutschland, erinnerte Winnacker, sei die Forschungsförderung gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern und müsse dies auch bleiben. Schließlich unterstehen die Universitäten, „die Pflanzenkübel der Forschung“, den Ländern, die sich auch im Hinblick auf Eliteuniversitäten nicht aus der finanziellen Verantwortung stehlen dürften. Vergangenes Jahr flossen 90 Prozent der 1,3 Milliarden Euro DFG-Fördergelder in die Universitäten. Künftig plant die DFG zudem, weitere Forschungszentren aufzubauen und mit dem neu gegründeten Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung in der Forschung zu hinterfragen, ob die Ziele ihrer Projekte erreicht wurden. Top

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