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12.01.2004
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Der Jahreswechsel ist Anlass, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und Bilanz zu ziehen. Auch wenn es für uns Apothekerinnen und Apotheker ganz sicher ein sehr schwieriges Jahr war, so gibt es doch auch Positives festzuhalten.

Wir haben seit dem 1. Januar eine neue Arzneimittelpreisverordnung, die uns unabhängig macht vom materiellen Wert der besonderen Ware Arzneimittel. Honoriert wird unsere heilberufliche Leistung. Das macht uns glaubwürdiger. Auch der Europäische Gerichtshof hat mit seinem Urteil zum Versandhandel mit Arzneimitteln den Apotheker und die Apotheke anerkannt. Er erachtete das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, wie es auf Grund des generellen Versandhandelsverbotes bis Ende vergangenen Jahres in Deutschland Gesetz war, für rechtens.

Wer könnte denn auch die Patientinnen und Patienten über ihre Arzneimittel besser informieren und beraten als ihre Apothekerin und ihr Apotheker in ihrer Apotheke? Es ist ganz einfach, woran das liegt: Die Mischung macht´s. Nur die Apothekerin, der Apotheker in ihrer, in seiner Apotheke bieten fachkompetente, persönliche und wohnortnahe pharmazeutische Dienstleistungen. Und die sind weder vom anonymen Versandhändler jenseits der Grenze, geschweige denn vom Postboten zu toppen.

Dass davon nicht nur die Patienten profitieren, sondern indirekt auch die Krankenkassen, haben diese mittlerweile erkannt. Es macht mich hoffnungsfroh, dass zwischenzeitlich sowohl auf Länderebene als auch auf Bundesebene zwischen dem Deutschen Apothekerverband e. V. und der Barmer Ersatzkasse – immerhin der größten Ersatzkasse Deutschlands – entsprechende Verträge über spezifische pharmazeutische Dienstleistungen durch die Hausapotheke abgeschlossen worden sind. Es gilt nun, diese mit Leben zu füllen.

In Zeiten, in denen die Märkte zunehmend durch kapitalstarke, grenzüberschreitend agierende Unternehmen beherrscht werden, werden wir uns nur behaupten können, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen und diese auch konsequent nutzen. Wenn jeder für sich stark ist, dann sind wir auch gemeinsam stark. Und wir brauchen dafür keine Dachmarken, wie uns in den vergangenen Wochen und Monaten versucht wurde, glauben zu machen. Zwischenzeitlich haben wir auch die pharmazeutischen Großhandlungen davon überzeugt, dass entsprechende Konzepte keineswegs die heilberuflich geführte Apotheke stärken, sondern diese vielmehr wegbereitend für Apothekenketten in Fremdbesitz sind. Wer die Individualapotheke erhalten will, kann diese Entwicklung nicht beabsichtigen. Und das wäre auch gegen die erklärten Interessen unserer Patientinnen und Patienten. Wir sind für sie in der Verantwortung, wenn es um das Arzneimittel geht – sowohl fachlich als auch gesellschaftspolitisch.

Damit Sie Ihr fachliches Wissen auf den neuesten Stand bringen können, veranstaltet die Bundesapothekerkammer vom 1. bis 7. Februar 2004 wieder ihren internationalen Fortbildungskongress – Pharmacon – Davos. Zu dem möchte ich Sie ganz herzlich einladen. Selbstverständlich haben wir, wie in den vergangenen Jahren, wiederum eine berufspolitische Diskussion vorgesehen, bei der Gelegenheit besteht, aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.

Schon wird über Nachbesserungen an der Gesundheitsreform gesprochen. Und wir werden uns neuen Herausforderungen stellen müssen. Wir sollten sie jedoch mit Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in unsere pharmazeutische Kompetenz annehmen. Packen wir´s an – dann packen wir´s auch!

Johannes M. Metzger
Präsident der Bundesapothekerkammer
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