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Vor der Herstellung ist viel zu bedenken

22.01.2001
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PHARMACON DAVOS

Vor der Herstellung ist viel zu bedenken

PZ-Artikel

Auf dem HV-Tisch der Kongress-Apotheke landet ein Kassenrezept mit einer Rezeptur. Die Verordnung des Arztes: Dermatop Creme 20,0, Eucerin cum aqua ad 50,0. Kurze Zeit später macht sich die PTA an die Arbeit. Ruck, zuck ist die Salbe gerührt. Doch die Zubereitung trennt sich schon auf dem Weg von der Fantaschale in die Tube.

Auch wenn es sich hier nur um ein konstruiertes Fallbeispiel handelt, spielen sich ähnliche Szenen sicherlich häufiger in deutschen Apotheken ab. Stimmen die verordneten Konzentrationen? Vertragen sich Wirk- und Hilfsstoffe, und sollen wirklich die bedenklichen Substanzen eingearbeitet werden? Oder muss die Zubereitung konserviert werden? Vor der Herstellung von Individualrezepturen ist viel zu bedenken.

Anhand von insgesamt 14 Beispielen erklärten Rosemarie Eiffler-Bollen, Dr. Holger Reimann und Heike Fischer vom Pharmazeutischen Laboratorium des Neuen Rezeptur Formulariums (NRF), wie die Apotheke zur Qualitätssicherung topischer Rezepturen beitragen kann. Dabei versorgten die Rezepturprofis aus Eschborn ihr Auditorium nicht nur mit der nötigen Theorie. Die Seminarteilnehmer konnten in drei praktischen Übungen auch selbst Hand anlegen.

Zurück zum Eingangs erwähnten Szenario: Hier passten die beiden rezeptierten Grundlagen nicht zusammen, erklärte Eifler-Bollen. Denn während es sich bei der Dermatop Creme um ein O/W-System handelt, ist die wasserhaltige Wollwachssalbe eine Emulsion vom Typ W/O.

Für den Apotheker werde es besonders unübersichtlich, wenn Fertigarzneimittel in die Zubereitung eingearbeitet werden müssen, so die Referentin. Deren komplexe Zusammensetzungen seien oft nicht zu überschauen.

Besonders fatal könne sich in diesem Fall auch der Einsatz eines Rührsystems auswirken, ergänzte Eifler-Bollen. Auf Grund der hohen Rührleistung könne nämlich dann die Emulsion erst verspätet brechen. Und zwar erst, wenn die Salbe bereits abgefüllt ist. "Arbeiten Sie lieber mit Pistill und Fantaschale, dann sehen Sie mehr", so die Apothekerin. Weiterer Nachteil der Zubereitungshilfen: Oft würde bei dem geschlossenen System aus Zeitgründen auf die wichtige Endkontrolle verzichtet.

Die Referenten erklärten anhand ihrer Fallbeispiele aber nicht nur die wichtigsten Fehlerquellen, sondern lieferten auch die passende Problemlösung: In diesem Fall müsse je nach Hauttyp und Indikation entweder die Dermatop Creme gegen Salbe oder die lipophile gegen eine hydrophile Grundlage ausgetauscht werden, erläuterte Eifler-Bollen. Quasi als Universalgrundlage empfahl sie die Basiscreme DAC. Auf Grund ihrer amphiphilen Eigenschaften lasse sie sich in der Regel problemlos mit den gängigsten Hilfsstoffen und Fertigarzneimitteln verarbeiten. Top

© 2001 GOVI-Verlag
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