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01.02.1999
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PZ KnigogoGovi-VerlagPZ +++ Nachrichten +++   02.02. Hersteller gehen gegen Richtlinien vor
dpa. Die Arzneimittel-Hersteller versuchen, die zum 1. April geplante Ausgrenzung weiterer Medikamente aus der Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen gerichtlich zu verhindern. Beim zuständigen Sozialgericht in Köln sei eine einstweilige Anordnung gegen die am 8. Januar vom Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen beschlossene Neufassung der Arzneimittel-Richtlinien beantragt worden, teilte der Bundesfachverband der Arzneimittel-Hersteller am Dienstag in Bonn mit. Der Bundesausschuß hatte beschlossen, daß künftig zehn der 22 Medikamentengruppen nicht mehr oder nur noch in Ausnahmefällen auf Kassenrezept verordnet werden dürfen. Davon sind vor allem Kombinationspräparate betroffen, für die Kassen bislang etwa 650 Millionen Mark im Jahr bezahlten. Außerdem soll es solche Mittel nicht mehr auf Kassenkosten geben, die durch Eigeninitiative zu gesunder Lebensführung oder durch bewährte Hausmittel ersetzt werden können. Zu den betroffenen Präparaten gehören unter anderem Sport- und Venensalben, Medikamente gegen niedrigen Blutdruck, Erkältungskrankheiten und Alkoholsucht. Gestrichen wurden auch bestimmte Badezusätze, Säfte und Tees.

01.02. SPD rückt von Einkaufsmodellen ab
PZ. Im Zuge der Gesundheitsreform werden keine Einkaufsmodelle zugunsten der gesetzlichen Krankenkassen eingeführt. Das haben übereinstimmend die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Gudrun Schaich-Walch und die bünd-nisgrüne Gesundheitspolitikerin Monika Knoche erklärt. "Wir werden die Kassenärztlichen Vereinigungen nicht auflösen und wir werden keine Einkaufsmodelle haben", sagte Schaich-Walch in einem Presseseminar des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte am Samstag in Berlin. Knoche bestätigte auf Anfrage des dgd, daß dieses Thema definitiv vom Tisch sei und nicht weiter verfolgt werde. Wie Schaich-Walch in Berlin weiter sagte, will die Koalition die Eckpunkte und Leitlinien der Reform 2000 am 18. und 19. Februar auf einer Klausurtagung in Bonn diskutieren und verabschieden.

01.02. Knoll mit Start von Sibutramin zufrieden
dpa. Schon der erste Verkaufstag von Sibutramin (Reductil®) gegen krankhaftes Übergewicht hat der Pharma-Sparte der BASF nach wenigen Stunden Nachbestellungen von mehr als 800.000 Mark beschert. "Wenn das so weitergeht, sind wir sehr zufrieden", sagte ein Sprecher der BASF-Tochter Knoll am Montag in Ludwigshafen. Das neue verschreibungspflichtige Mittel erhöht nach Herstellerangaben die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin und verstärkt so das Sättigungsgefühl. Eine Kapsel soll etwa 4,70 Mark kosten und muß täglich eingenommen werden.

01.02. Schimpansen brachten Aids-Virus
dpa. Westafrikanische Schimpansen sind einer deutschen Forscherin zufolge die Quelle des Erregers HIV-1, dem Hauptverursacher der Aidspandemie. Beatrice Hahn hat große Ähnlichkeiten in den Genen des Aids-Virus und des entsprechenden Erregers in Schimpansen (SIV) entdeckt. Hahn und ihre Mitarbeiter von der Universität von Alabama in Birmingham (USA) fanden bei der westafrikanischen Unterart der Schimpansen Pantroglodytes troglodytes einen Stamm der Affen-Retroviren namens SIVcpzUS, der allen bekannten Untergruppen des menschlichen HIV-1 stark ähnelt. Andere bei Schimpansen gefundenen SIV-Typen unterscheiden sich dagegen so stark vom menschlichen Aids-Virus, daß sie als Ursprung der Seuche kaum in Frage kommen. Die Forscher hoffen, daß mit der Entdeckung des Ursprungs des Haupt-Aidsvirus neue Wege auf der Suche nach einem Impfstoff gefunden werden könnten.

29.01. HIV als Genvektor bei Leukämie
dpa. Ausgerechnet den Aidserreger HIV haben sich Forscher in den USA als Genvektor ausgesucht. Er soll helfen, schwere Erkrankungen des Blutsystems wie Leukämie und die Sichelzellen-Anämie gentherapeutisch zu behandeln. Als Retrovirus dringt HIV in eine fremde Zelle ein und kopiert sein genetisches Material in den Kern der Gastgeberzelle. Hiroyuki Miyoshi vom Salk-Institut für biologische Studien in La Jolla (Kalifornien) entnahmen dem HI-Virus alle Gene, die für die Aidsinfektion notwendig sind. In Tierversuchen chauffierte das entschärfte HI-Virus Gene von menschlichen blutbildenden Stammzellen (HSC) in das Knochenmark von Mäusen. Der Test war ein Erfolg, berichtet das Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 283, S. 682). Miyoshi und Kollegen fanden die Gene der menschlichen Stammzellen später integriert im Knochenmark der Mäuse. Sie unterstützten die Erzeugung neuer Blutzellen für die kranken Nager. Von einer HIV-Infektion dagegen gab es keine Spur. Miyoshi plant längerfristig, den entschärften Aidserreger bei Menschen mit Erkrankungen des Blutsystems einzusetzen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA zögert noch, HIV als Genvektor in klinischen Versuchen an Menschen zuzulassen. Die FDA befürchtet vor allem, daß sich das HI-Virus im Körper eines schwerkranken Patienten mit einem anderen Erreger verschmelzen und eine neue, tödliche Virusepidemie heraufbeschwören könnte.

29.01. Stada gründet Tochter in Thailand
vwd. Die Stada Arzneimittel AG, Bad Vilbel, hat in der thailändischen Hauptstadt Bangkok die Tochtergesellschaft Stada Asiatic Ltd gegründet. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird die Gesellschaft Stada-Arzneimittel in Thailand vertreiben. Außerdem übernehme sie den Vertrieb von Pharmazeutika der EAC - East Asiatic Company, Bangkok, dem bisherigen Vertriebspartner in Thailand. Mittelfristig sei ein Jahresumsatz von drei Millionen DM geplant.

29.01. Schwarz Pharma sucht Generika-Partner
vwd. Die Schwarz Pharma AG, Monheim, befindet sich derzeit auf Partnersuche für ihr 151 Millionen DM umsatzstarkes Generikageschäft. Wie das international tätige pharmazeutische Unternehmen am Mittwoch (27. Januar) mitteilte, sollen mit dieser angestrebten Zusammenarbeit in den Bereichen Marketing und Vertrieb die bestehenden Geschäftsbereiche optimiert, Synergien genutzt und der Nachschub neuer Präparate sichergestellt werden. Zugleich werde mit diesem Schritt die Konzentration auf Entwicklung und Vermarktung innovativer Arzneimittel fortgesetzt. Das Generikageschäft ist bei den Töchtern Isis Pharma GmbH und Isis Puren GmbH & Co. KG. angesiedelt. Beide Unternehmen vermarkten eine breite Palette von Generika in Deutschland mit dem Schwerpunkt auf Herzkreislauf-Erkrankungen.

28.01. Autoclub fordert Warnhinweise auf Arznei
PZ. "Deutliche Warnhinweise" auf Medikamentenverpackungen hat der Auto Club Europa (ACE) auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar gefordert. Der in Stuttgart ansässige Verband begründete dies mit der Vermutung, die Aufklärung der Öffentlichkeit über medikamentenbedingte Gefährdungen des Straßenverkehrs bewege sich "auf einer Schmalspur". Der Gesetzgeber habe es bisher versäumt, diesen Vorschlag aufzugreifen, obwohl er "schnell, wirkungsvoll und ohne großen Aufwand umzusetzen wäre". Leider sei dieses Thema bei der Diskussion um Promillegrenzen und Drogenabhängige am Steuer ausgeklammert worden. Notwendig sei die Initiative vor allem, weil sich die Aufklärung durch die Pharmaindustrie bei einschlägigen Präparaten "auf pauschale und versteckte Hinweise in Beipackzetteln" beschränke, so der ACE.

28.01. AOK will Hausärzte als Lotsen
dpa. Für eine Einschränkung der freien Arztwahl und des häufigen Arztwechsels hat sich der Bundesverband der Ortskrankenkassen, Bonn, ausgesprochen. Patienten sollten Fachärzte nur noch nach einer Überweisung des Arztes aufsuchen, forderte der Verwaltungsratsvorsitzende des Verbandes, Peter Kirch, am Mittwoch abend in Frankfurt. Patienten bräuchten mehr Hilfe bei der Auswahl des Arztes, und hierbei könne besonders der Hausarzt eine Lotsenfunktion haben. Er solle eine Koordinierung der Wahl des Arztes übernehmen.Auch der Verband der Angestelltenkrankenkassen sprach sich für eine Erprobung eines solchen Modells aus, die Chipkarte habe dazu geführt, daß Patienten mehr Fachärzte aufsuchten, sagte Abteilungsleiter Norbert Fischer. Nach der Vorstellung des Berufsverbandes der Allgemeinärzte Hessens (BDA) sollen Patienten, die nur nach einer Überweisung ihres Hausarztes einen Facharzt aufsuchten, einen günstigeren Beitragstarif bei der Krankenkasse bekommen. Dagegen lehnte die Deutsche Gesellschaft für Versicherte und Patienten (Hemsbach/Bergstraße) eine Einschränkung der freien Arztwahl rigoros ab. Dies führe zu einer Gängelung der Patienten, kritisierte der Vorsitzende Ekkehard Bahlo.

27.01. Migräne erhöht Infarktrisiko bei Frauen
PZ. Junge Frauen, die unter Migräne leiden, bekommen überdurchschnittlich häufig einen Infarkt. Vor allem Frauen, die Rauchen, unter Bluthochdruck leiden oder hochdosierte orale Kontrazeptiva nehmen, sind gefährdet. Denn die Kombination von Migräne mit weiteren Risikofaktoren hat einen mehr als additiven Effekt auf das Infarktrisiko. Zu diesem Schluß kommt eine britische Studie, an der Frauen im Alter von 20 bis 44 Jahren teilnahmen. Die Studie ergab, daß das Infarktrisiko bei Frauen mit Migräne um den Faktor 3,5 höher liegt als bei beschwerdefreien Frauen. Am stärksten waren Studienteilnehmerinnen mit einer familiären Migräne-Prädisposition. Sie erleiden 5mal häufiger einen Infarkt als Frauen aus der Referenzgruppe. Besonders häufig erleiden Migräne-Patientinnen einen ischämischen Infarkt. Hier stieg das Risiko bei Frauen mit und ohne familiäre Prädisposition. Einen Anstieg bei den haemorrhagischen Infarkten registrierten die Wissenschaftler dagegen nur Frauen mit familiärer Prädisposition. Der überadditive Effekt weiterer Risikofaktoren war beim ischämischen Infarkt stärker ausgeprägt als beim hämorrhagischen.

27.01. Neues Malariamittel von Novartis
dpa. Der Pharmakonzern Novartis hat für sein neues Malaria-Medikament Riamet eine erste Marktzulassung erhalten. Wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte, genehmigten die Schweizer Gesundheitsbehörden als erste den Verkauf des Präparats, das traditionelle chinesische Pflanzenheilkunde mit einem synthetischen Wirkstoff kombiniert. Das Medikament soll in den von Malaria besonders betroffenen Entwicklungsländern nach Angaben von Firmensprecherin Marguerite Mamane zu einem deutlich niedrigeren Preis angeboten werden als in Industrieländern. "Wir wollen mit der Weltgesundheitsorganisation und der Weltbank über eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet diskutieren", sagte Mamane. Das nicht für die Malaria-Vorbeugung vorgesehene Riamet besteht aus dem in China seit Jahrhunderten bekannten pflanzliche Heilmittel Artemether und dem synthetischen Wirkstoff Lumefantrin. Das Medikament wurde von Novartis in Zusammenarbeit mit chinesischen Wissenschaftlern entwickelt. Der Schweizer Pharmakonzern besitzt die weltweiten Vermarktungsrechte - mit Ausnahme der Volksrepublik China. Laut Novartis wird Riamet auch von Kindern gut vertragen.
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