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20.04.1998
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PZ +++ Nachrichten +++  21.04. Neue AMPreisVO definitiv zum 1. Juli
Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt hat Ende vergangener Woche die neue Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisVO) unterzeichnet. Sie kann damit im Bundesanzeiger verkündet und wie geplant zum 1. Juli dieses Jahres in Kraft treten. Der Ressortchef erhofft sich von der neuen Vorschrift niedrigere Distributionskosten für teure Medikamente. Langfristig profitieren davon gesetzliche und private Krankenversicherungen.

20.04. Neues Interferon-beta 1a bei MS
PZ. In diesen Tagen erhält ein neues, in Säugetierzellen gentechnisch produziertes Interferon-beta la die europäische Zulassung für die Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose (MS). Die Interferon-Fertigspritzen sollen unter dem Namen Rebif® (Serono Pharma GmbH) bereits im Mai auf den deutschen Markt kommen. Die Effektivität des Interferons konnte in der bislang größten kontrollierten Studie bei schubförmiger MS gezeigt werden. 560 Patienten aus neun Ländern mit einem Behinderungsgrad von 0 bis 5 (EDSS nach Kurtzke, mild bis stärker beeinträchtigt) nahmen an der randomisierten, doppelblinden Studie teil, erklärte Professor Dr. Hans-Peter Hartung, der die deutschen Teilnehmer in Würzburg betreute. Sie erhielten über einen Zeitraum von zwei Jahren dreimal wöchentlich subkutan entweder 22 µg (6 Millionen IU), 44 µg (12 MIU) Interferon-beta 1a oder Placebo. Das Interferon reduzierte signifikant Zahl und Schwere der Schübe und erhöhte die Zahl der schubfreien Patienten sowie die Zeit bis zum Auftreten des ersten Schubs unter Therapie. Die Progression der Erkrankung und damit der Behinderung verzögerten sich deutlich. Im Kernspintomogramm zeigte sich eine Reduktion der Läsionen. In der höher dosierten Gruppe waren die Verminderung der Krankheitsaktivität ausgeprägter und die Inzidenz neutralisierender Antikörper deutlich niedriger. Beide Dosierungen waren sicher und relativ gut verträglich.

20.04.Viele Ost-Kassenärzte vor dem Aus
dpa. Die Kassenärztlichen Vereinigungen der neuen Bundesländer befürchten tausende Entlassungen im ambulanten Bereich Ostdeutschlands. Bei den 20 000 niedergelassenen Ärzten müßten möglicherweise 10 000 der rund 55 000 Stellen gestrichen werden, sagte der Vorsitzende der KV Sachsen-Anhalts, Klaus Penndorf, am Samstag zum Abschluß des ersten ostdeutschen Kassenärztetages in Leipzig. Grund seien niedrigere Honorare als im Westen und Regreßforderungen der Krankenkassen bei Überschreitungen des Arzneimittelbudgets der Ärzte. Sachsens Gesundheitsminister Hans Geisler hatte die Kassenärzte zudem aufgefordert, die Kosten weiter zu dämpfen. Eine Studie der Betriebskrankenkassen habe ergeben, daß in Sachsen 78,6 Prozent der Krankenhauspatienten und damit etwa zehn Prozentpunkte mehr als im Bundesdurchschnitt von niedergelassenen Ärzten eingewiesen würden. Es gehe nicht an, daß Patienten für drei oder vier Tage vom Hausarzt zur Klärung von Krankheitsursachen in eine Klinik eingewiesen würden. Diese Kritik wies der Ärztetag zurück. Die Krankenhäuser seien per Gesetz verpflichtet, zu prüfen, ob eine Behandlung in einer Klinik notwendig sei.

20.04. 97 nahezu gleich viele Abtreibungen wie 96
PZ. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wurden im vierten Quartal 1997 in Deutschland 30 485 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, 1 750 weniger als im dritten Quartal 1997 und 1 126 weniger als im vierten Quartal 1996. Nach den vorläufigen Ergebnissen der Schwangerschaftsabbruchstatistik sind im Jahr 1997 130 890 Abtreibungen gemeldet worden. Damit ist die Zahl der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche gegenüber 1996 (130 899) nahezu gleich geblieben.

17.04. Seehofer droht Zahnärzten
Der Streit um die zulässige Honorarhöhe bei Zahnersatz verschärft sich. Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU) droht den Zahnärzten nun offen mit gesetzlichen Konsequenzen. Sollten sie weiter überhöhte Honorare verlangen, "dann wird die Kostenerstattung bei Zahnersatz rückgängig gemacht oder ähnliche Schritte unternommen", sagte Seehofer der Tageszeitung "Die Welt" (Samstagausgabe). "Wir werden in den nächsten Wochen sehr genau beobachten, ob sich die Mehrheit der Zahnärzte an das Recht hält oder nicht." Seehofer riet Patienten, "sich an solche Zahnärzte zu wenden, die sich an das Recht halten". Nach einer Kontrolle der Barmer Ersatzkasse von Kostenvoranschlägen verlangten Zahnärzte in jedem zweiten Fall überhöhte Preise. Seit Jahresanfang dürfen Zahnärzte über Brücken, Kronen und Gebisse direkt mit Kassenpatienten abrechnen und zwar nach der privaten Gebührenordnung. Zum Schutz der Patienten wurden dabei die Honorarsätze für Kassenleistungen bis Ende 1999 auf den 1,7fachen (Ost:1,86) Satz der Gebührenordnung begrenzt.

17.04. HI-Virus vermehrt sich im Magen-Darm-Trakt
Aidsforscher glauben, die erste Brutstätte des HI-Virus im Körper eines Menschen identifiziert zu haben. Im Versuch mit Makaken fanden die Wissenschaftler, daß das den HI-Virus vergleichbare Affenvirus SIV zuerst den Magen-Darm-Trakt aufs Korn nahm und sich dort vermehrte. Im US-Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd.280, Nr.5362, S.427) vom Freitag berichtet das Team um Ronald Veazey von der Harvard Universität, daß die SI-Viren sich bereits sieben Tage nach der Infektion kräftig im Magen-Darm-Trakt ausgebreitet hatten. Beide Varianten des Erregers, HIV und SIV, gedeihen prächtig in aktivierten CD4-T-Zellen. Diese Immunzellen kommen zahlreich im Magen-Darm-Trakt vor. Tatsächlich konnten Veazey und Kollegen bei den Makaken nachweisen, daß diese Zellen im gleichen Tempo schwanden, wie sich die SI-Viren in den Eingeweiden der Affen vermehrten. Demnach hatte sich das Virus schon lange in den Lymphzellen der Därme ausgebreitet, bevor es in anderen Teilen des Körper feststellbar war.

17.04. Chipkarte für Dialysepatienten
Die elektronische Datenverarbeitung erobert immer neue Gebiete der medizinischen Versorgung. Seit kurzem wird eine sogenannte "Patient Data Card" auch in der Betreuung von Dialysepatienten eingesetzt. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fördert das "QuaSiNiere"-Projekt, ein Modellprojekt zur Qualitätssicherung in der Dialyse. Kernstück des QuaSiNiere-Projekts ist eine Chipkarte. Gespeichert sind auf ihr unter anderem Notfalldaten und Basisdaten zum Gesundheitszustand des Patienten. Zugriffsberechtigte "Datentreuhänder" können mit Hilfe der Karte darüber hinaus den Behandlungsverlauf und andere Informationen aus einer Datenbank abrufen, Vor dem Zugriff unbefugter Personen sind die Daten auf diese Weise geschätzt. Mittlerweile sind nach Angaben des BMG nahezu alle Dialysepatienten in Deutschland, rund 50.000 Personen, damit ausgestattet.

16.04. Berlin-Chemie machte 1997 mehr Umsatz
Die Berlin-Chemie AG, Berlin, konnte ihren Umsatz 1997 um 51 Prozent auf 318 (210) Millionen DM ausweiten. Darin enthalten seien rund 15 Millionen DM Lohnfertigung und etwa 35 Millionen DM Erlöse aus Forschungsleistungen, die innerhalb der italienischen Menarini-Gruppe, Florenz, für den Gesamtkonzern erbracht wurden, erklärte Vorstandsvorsitzender Hansjürgen Nelde am Mittwoch in Berlin. Nach einem negativen operativen Ergebnis 1996 sei im vergangenen Geschäftsjahr ein Plus von mehr als zehn Millionen DM erzielt worden. Die zur Verfügung stehenden Mittel würden in größtmöglichem Umfang in den Markt investiert. Durch den Ausbau des Vertriebs steigt die Beschäftigtenzahl der Gesellschaft stetig an, von 1033 Ende 1995 auf 1274 Ende 1997. Für das laufende Jahr ist eine weitere Aufstockung auf 1446 geplant.

15.04. Hunderttausende sterben an Nebenwirkungen
dpa. Viele hunderttausend Menschen sterben jedes Jahr an unerwarteten Wirkungen eines Medikamentes Allein in US-Krankenhäusern töten unerwartete Arzneimittelnebenwirkungen verschiedener Art jährlich mehr als 106.000 Patienten. Nach einem Bericht im Journal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA) vom Mittwoch machten derartige Reaktionen auf Medikamente 1994 in den USA etwa 4,6 Prozent aller erfaßten Todesfälle aus. Sie zählten dort nach Herz- und Kreislauferkrankungen, Krebs und Schlaganfällen zu den häufigsten Todesurachen. Das Ergebnis stützt sich auf eine Analyse von Bruce Pomeranz und Kollegen von der Universität von Toronto (Kanada). Das Team wertete insgesamt 39 Studien über die Folgen der Nebenwirkungen von Medikamenten aus.

15.04. Studienteilnehmer keine Versuchskaninchen
PZ. Die forschende pharmazeutische Industrie ist unzufrieden mit dem Stellenwert der klinischen Forschung in der Bundesrepublik. Eberhard Baumbauer, Geschäftsführer des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA), kritisierte dabei Öffentlichkeit und wissenschaftlich arbeitende Mediziner gleichermaßen. Auf einem Symposion der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Bonn monierte Baumbauer, daß an klinischen Medikamentenprüfungen teilnehmende Patienten nach wie vor als Versuchskaninchen angesehen würden. Vielfach werde übersehen, welcher Fortschritt für die innovative Arzneimitteltherapie damit einhergehe. Gleichzeitig seien viele Hochschulmediziner nicht bereit, mit ihrer Teilnahme an klinischen Prüfungen in "unangemessene, industriedominierte Niederungen" hinabzusteigen. Nach Angaben des VFA-Sprechers geben die Mitglieder des Verbandes derzeit 1,5 Milliarden DM per anno für externe klinische Arzneimittelprüfungen aller Phasen aus. Die Summe habe sich in den letzten beiden Jahren spürbar reduziert.

15.04. Neuer Test erkennt Leberkrebs früher
dpa. Berliner Biochemiker haben ein neues Testverfahren zur Früherkennung von Leberkrebs entwickelt. Der zum Patent angemeldete Test soll ab Jahresende weltweit vermarktet werden, sagte der Geschäftsführer des Berliner Forschungsunternehmens BioGenes, Alexander Knoll, am Mittwoch vor Journalisten. In Deutschland erkranken jährlich 2000 Menschen an Leberkarzinom, das im fortgeschrittenen Stadium schwer bis gar nicht zu heilen ist. Der Test erkennt einen bestimmten Signalstoff im Blut, der vom Leberkrebs selbst gebildet wird, erläuterte Knoll. Die Biochemiker und die mit ihnen zusammenarbeitenden Mediziner der Berliner Charité und des Universitätsklinikums München-Großhadern versprechen sich davon größere Überlebenschancen für Leberkrebspatienten. "Wenn der Krebs nicht metastasiert ist, ist er operabel", sagte Professor Dr. Falk Hiepe von der Berliner Charite. Der neue Test eignet sich für Vorsorgeuntersuchungen bei Risikopatienten mit Gelbsucht oder Leberzirrhose, sagte Knoll. Der Test sei einfacher zu handhaben und wesentlich preisgünstiger als ein japanisches Konkurrenzprodukt.

15.04. Viele Freizeitsportler nehmen Dopingmittel
dpa. Doping ist auch bei Freizeitsportlern verbreiteter als vielfach angenommen. Dies ergab eine anonyme Umfrage, die Ärzte der medizinischen Universität Lübeck erstellten, bei 255 Kraftsportlern in 24 norddeutschen Fitneßstudios. Danach nahm fast jeder vierte befragte Mann Anabolika oder andere leistungssteigernde Substanzen, berichtete das Deutsche Ärzteblatt (Köln) in seiner jüngsten Ausgabe. Nach Ansicht der Autoren spiegeln die Ergebnisse die Situation realistisch wieder. 24 Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen gaben an, Mittel zum Aufbau von Muskelmasse oder Kraft zu nehmen. In 94 Prozent der Fälle handelte es sich laut Studie um Substanzen, die die Leber schädigen können. Diese würden meist auf dem Schwarzmarkt besorgt, in 14 Prozent der Fälle wurden sie jedoch auch von Ärzten verschrieben. "Für Ärzte ist dies ein klarer Verstoß gegen die ärztliche Berufsordnung, eine Verschreibung auf Kassenrezept ist sogar Betrug. Für die Verschreibung von Anabolika und anderen leistungssteigernden Substanzen an Gesunde besteht keine Indikation", heißt es im Ärzteblatt. Nach der Studie wogen die Sportler, die Dopingmittel nahmen, im Schnitt rund elf Kilo mehr als die medikamentenfreien Fitneßfans.

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