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Keller:Aufbruch statt Budgetierung

10.05.1999
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-PolitikGovi-Verlag

Keller:Aufbruch statt Budgetierung

von Daniel Rücker, Baden-Baden

Mit ihren Vorschlägen zur Gesundheitsreform 2000 setzt die Bundesregierung nach Einschätzung von Hermann Stefan Keller die falschen Signale.

"Wir brauchen keine Budgetierungs- und Rationierungsdebatte, sondern einen Aufbruch im Gesundheitswesen," sagte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes in seinem Bericht zur politischen Lage. Statt auf eine stärkere Reglementierung durch Budgets und Positivlisten, sollte Ministerin Andrea Fischer im Interesse der Patienten auf eine bessere Versorgungsqualität setzen. Die Apotheker werden diesen "Aufbruch für Innovationen" durch neue Leistungsangebote fördern.

Auch nach dem am 30. April vorgestellten Reformpapier hat der DAV seine Positionen zu Steuerungsinstrumenten wie Positivlisten, Arznei- und Globalbudgetierung nicht geändert. Dies seien untaugliche Mittel, die Probleme im Gesundheitswesen langfristig zu lösen, führte Keller aus. Für kurzfristige Experimente eigne sich die Gesetzliche Krankenversicherung nicht.

Einen weiteren Fehler sieht Keller in der geplanten Öffnung der Krankenhäuser für bestimmte Bereiche der ambulanten Versorgung. Eine stärkere Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung sei zwar zu begrüßen, die von der Regierung eingeschlagene Richtung sei jedoch falsch. "Ziel der Verzahnung muß sein, mehr Leistungen im ambulanten Bereich unterzubringen und nicht im teuren Krankenhaus. Wir brauchen mehr ambulant vor stationär."

Doch nicht alles, was die Regierung vorschlägt, lehnt Keller ab. Durch die Stärkung der Hausärzte könnte die Kommunikation zwischen den Heilberuflern erleichtert werden. Doppeluntersuchungen könnten vermieden und der Patient besser geleitet werden. Voraussetzung sei allerdings die Einbindung der Apotheker.

Keller sieht in der von der ABDA entwickelten Patientenchipkarte das ideale Medium für die Kommunikation zwischen den Heilberuflern. "Mit diesem Projekt haben wir die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß in der Arzneimittelversorgung die Information zwischen allen Beteiligten entscheidend verbessert werden kann." Der Gesetzgeber sollte das Zukunftsprojekt per Gesetz fördern.

Einen weiteren Lichtblick in den Regierungsvorschlägen sieht Keller in der Stärkung der Patientenrechte. Schon lange hätten die Apotheker die schwache Position der Patienten angeprangert. "Für uns ist die Arbeit für die Patienten Programm." Die Beratung und Betreuung der Patienten sind für die Apotheker eine Selbstverständlichkeit. Der Mensch und nicht das Geld müsse im Mittelpunkt der Reform stehen.

Mit einem rigorosen Sparkurs sei dies nicht zu erreichen. "Wenn wir eine menschliche und patientenorientierte Gesundheitspolitik wollen, dann brauchen wir die Orientierung von Qualität und Wirtschaftlichkeit medizinischer Behandlung an Patienten." Den Erfolg von Modellverträgen allein am Verordnungsrückgang zu messen sei der falsche Weg.

Richtiger sei es, die Kompetenz der Ärzte und Apotheker zu nutzen und so die Qualität des Arzneimitteleinsatzes zu verbessern. Die Meßlatte für neue Versorgungsmodelle müsse der Behandlungserfolg sein. Wenn die Qualität steige, werde dies auch zu einer wirtschaftlicheren Versorgung führen, erwartet der DAV-Vorsitzende. Innovationen seien deshalb auch nicht Kostentreiber, sondern die Voraussetzung für ein effizientes System.

Auch aus beschäftigungspolitischer Sicht sei ein Aufbruch zu Innovationen wichtig. Wenn die Bundesregierung die Arbeitslosigkeit bekämpfen wolle, dann müsse sie auch die Entwicklung neuer Arzneimittel und Behandlungsstrategien fördern. "Nur wer innovativ und erfolgreich ist, kann Arbeitsplätze anbieten. Die Apotheker sieht Keller dabei ganz vorne. Das Telematikprojekt mit der Chipkarte bringe die Technik im Gesundheitswesen voran und ermögliche einen sicheren Informationsaustausch zum Wohle der Patienten.Top

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