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Phoenix klar ertragsorientiert

19.07.2004
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Großhandel

Phoenix klar ertragsorientiert

von Thomas Bellartz, Mannheim

Die gesundheitspolitischen Unwägbarkeiten in Deutschland konnten der Mannheimer Phoenix Gruppe nichts anhaben. Umsätze und Ertrag haben sich im Konzern positiv entwickelt. Das Auslandsgeschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung für den Spross der Unternehmer-Familie Merckle.

Der Vorstandsvorsitzende der Phoenix, Dr. Bernd Scheifele, betonte in der Bilanzpressekonferenz die Ertragsorientierung des Konzerns. Es gehe nicht darum, die Nummer eins in Europa zu sein. Vielmehr achte man darauf, dass sich das Unternehmen langfristig solide entwickeln könne. Dies lasse sich auch an der neuerlichen Kapitalerhöhung ablesen, der sechsten in Folge.

Im Geschäftsjahr 2003/2004, das sich vom 1. Februar 2003 bis zum 31. Januar 2004 erstreckte, verbuchte Phoenix Umsätze von 16,2 Milliarden Euro nach 15,3 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum. In Deutschland belief sich der Umsatz auf rund 5,3 Milliarden Euro (5,1 Milliarden Euro). Im Heimatmarkt ist Phoenix zwar weiterhin der mit Abstand größte Großhändler; doch die Bedeutung des deutschen Geschäfts wird innerhalb des Konzerns von Jahr zu Jahr geringer.

Dies hat aus Sicht von Scheifele durchaus Vorteile. Denn dank der positiven Abschlüsse ausnahmslos aller Landesgesellschaften habe man den drastischen Ergebniseinbruch in Deutschland auffangen können. Trotz der Wechselkursbereinigung brachte es der Konzern auf einen Umsatzanstieg von 5,4 Prozent; in beinahe allen Ländern gab es Ergebnisanstiege; sodass man auf Konzernebene erneut eine zweistellige Zuwachsrate habe erzielen können. Konkreter wird Scheifele nie; immerhin ist das Unternehmen zu 100 Prozent in Merckle-Händen.

Besonderen Augenmerk legte Scheifele auf den Abschluss der Tamro-Akquisition. Mit einem Gesamtkaufpreis von rund 425 Millionen Euro schloss Phoenix den größten Zukauf der Unternehmensgeschichte ab. Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte die nordeuropäische Einheit ihr Ergebnis vor Steuern bereits auf 69 Millionen Euro; die Entwicklung verlaufe weiterhin sehr erfolgreich.

Auch in Osteuropa entwickelt sich das Phoenix-Geschäft sehr positiv. Die dort erworbenen Unternehmen würden erfolgreich in den Konzern integriert.

In den meisten europäischen Märkten stehen Phoenix altbekannte Player gegenüber. So hat sich die Konsolidierung des Marktes insgesamt fortgesetzt-. Nach Angaben Scheifeles, teilen sich im wesentlichen die großen Konzerne Celesio (23 Prozent Marktanteil), Phoenix (21) und Alliance UniChem (17) den Markt auf. Auf alle übrigen Großhändler entfallen insgesamt rund 39 Prozent. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, glaubt der Vorstandschef der Phoenix.

Erstmals seit 1998 musste Phoenix in Deutschland einen Ergebnisrückgang hinnehmen. Neben den Folgen der Gesundheitspolitik sei dafür insbesondere der stramme Wettbewerb verantwortlich gewesen. Da habe es „hitzige Reaktionen“ gegeben. Mittlerweile habe sich der Wettbewerb zwar beruhigt, dafür habe der Gesetzgeber die Spanne des Großhandels halbiert. Das Unternehmen habe mit einem drastischen Sparprogramm auf die politischen Maßnahmen reagiert und werde dies auch fortsetzen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Phoenix rund 250 Arbeitsplätze abgebaut.

Der Konzern will nun neue Geschäftsfelder erschließen und ausbauen. Dazu zählt das Geschäft mit den Herstellern. Im so genannten Pre-Wholesale-Markt könne man als Logistiker perfekt auf die Anforderungen und Wünsche der Hersteller eingehen und fungiere dabei als Logistiker für andere Großhandlungen. In Deutschland sei dieser Markt, den die Sanacorp-Tochter Sanalog bearbeite, allerdings überschaubar angesichts einer hohen Dichte von Großhandelsniederlassungen. In Europa schätzt Scheifele den Handelsumsatz auf rund 4 Milliarden Euro.

Das Direktgeschäft stabilisiere sich derzeit „auf hohem Niveau“, analysierte Scheifele, der das neue Honorarmodell für die deutschen Apotheken grundsätzlich lobte. Damit könne „die gesamte Apothekerschaft klar kommen“. Aber: „Ich rede natürlich nicht von einzelnen Fällen.“ Dem Versandhandel mit Arzneimitteln misst Scheifele wenig Aufmerksamkeit zu. „Das publizistische Geschrei ist umgekehrt proportional zur Bedeutung von Internet- und Versandapotheken“, so der Phoenix-Chef. Der entscheidende Punkt sei „die letzte Meile“. das jüngste Modell der Drogeriekette „dm“ sei ein Versuch, dieses Problem zu lösen. Aber auch Rezeptsammelstellen seinen in Deutschland unzulässig. Und zum von den Medien erwarteten Preissturz bei den OTC-Arzneien klärte Scheifele auf: „Krankheit ist nicht abhängig von der Preisfindung.“

In den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres habe man die selbst gesteckten Ziele erreicht. Es gebe ein moderates Umsatzwachstum und ein zweistelliges Wachstum beim operativen Ergebnis. Top

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