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07.09.1998
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PZ +++ Nachrichten +++  08.09. Diskussion um genetisch veränderten Mais
dpa. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat dem Saatgut-Hersteller Novartis vorgeworfen, mit gentechnisch verändertem Mais die Unwirksamkeit des Antibiotikums Ampicillin zu fördern. Der sogenannte Bt-Mais der Firma werde zur Zeit in Deutschland auf 350 Hektar angebaut, sagte Greenpeace-Sprecher Jan van Aken am Dienstag in Berlin. Novartis-Sprecher Andreas Seiter warf Greenpeace Desinformation vor. Sämtliche Expertengremien in der Europäischen Union hätten den Bt-Mais für gesundheitlich unbedenklich erklärt, sagte er in Berlin. Alles genetische Material, das der Mensch täglich über Nahrung aufnehme, werde vom Magen verdaut. Van Aken äußerte die Befürchtung, das Bt-Gen werde nicht verdaut, sondern in Darmbakterien eingebaut. Diese Bakterien würden dann gegen Antibiotika-Gaben resistent werden, Seiter betonte hingegen, diese Möglichkeit sei nach übereinstimmender Expertenmeinung auszuschließen. Der Bt-Mais wird in den USA, Kanada und anderen Staaten seit drei Jahren auf Millionen von Hektar angebaut. Diesem Mais wird ein einziges Gen des Bazillus thuringiensis eingebaut. Dieses Gen produziert in der Pflanze ein Eiweiß, das für die Larve des Maiszünslers tödlich ist.

07.09. Deutsche Pharmafirmen haben aufgeholt
dpa. Die deutsche Arzneimittelforschung hat gegen die internationale Konkurrenz in den vergangenen drei Jahren stark aufgeholt, aber noch nicht zur Weltspitze aufschließen können. Dies ist das Fazit einer Studie, den der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) am Montag in Bonn vorstellte. Die deutschen Pharmafirmen hätten mit neuen Produkten auch "einen positiven Beitrag zur Wirtschaftskraft Deutschlands" geleistet, sagte der Autor der Studie Michael Steiner von The Boston Consulting Group (BCG). Er hob "bedeutende Fortschritte bis hin zu Durchbrüchen bei der Behandlung von Volkskrankheiten" hervor. Damit hätten die Pharmafirmen die Gesundheitsversorgung "deutlich verbessert". Nach Darstellung von VFA-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer sei dank Gentechnologie auch künftig mit "neuen, besseren Präparaten zu rechen". Derzeit befänden sich weltweit mehr als 11.200 Wirkstoffe in Erprobung, davon stünden in Deutschland mindestens 165 vor der Markteinführung.

07.09. Zuzahlung für Arztbesuch "Geldschneiderei"
dpa. Als "Geldschneiderei" haben die schleswig-holsteinischen Ersatzkassen den Vorschlag der Ärzteorganisation NAV-Virchowbund bezeichnet, wonach Patienten künftig für eine Facharztbehandlung ohne Überweisung 100 Mark und für einen Hausbesuch 30 Mark zusätzlich zahlen sollen. Der Vorschlag der Ärzteorganisation führe lediglich zu Mehrausgaben der Krankenkassen, da für den vorherigen Hausarztbesuch die übliche Ärztepauschale zusätzlich anfalle, kritisierten die Ersatzkassenverbände am Montag in Kiel. Bei einer Erkrankung müßten die Patienten die Gewähr haben, daß sie auch ohne Zuzahlung zu Hause vernünftig behandelt werden, hieß es in der Stellungnahme. Auch die AOK sprach sich gegen den Vorschlag der Ärzteorganisation aus. Er beschneide die Rechte der Patienten und habe offensichtlich eine Honorarverteilung zwischen den einzelnen Arztgruppen zum Ziel. Kritik erntete der Vorschlag des Virchowbundes auch beim schleswig-holsteinischen Gesundheitsministerium: "Wir wollen die Zuzahlungsschraube auf keinen Fall weiterdrehen", sagte eine Sprecherin des SPD-geführten Ministeriums.

07.09. BVMed: Zusatzversicherung für Fortschritt
PZ. Der Bundesfachverband der Medizinprodukteindustrie (BVMed) plädiert für eine Zusatzversicherung, über die innovative Produkte vergütet werden, ohne die Gesetzliche Krankenversicherung zu belasten. Auf einer Euroform-Konferenz am 7. September in Köln sagte BVMed-Geschäftsführer Joachim M. Schmitt, eine solche Versicherung könne verhindern, daß der medizinische Fortschritt in Deutschland durch die Einsparungen im Gesundheitswesen blockiert werde. "Es wäre eine Pervertierung der Medizin, innovative Entwicklungen in unserem Land zu stoppen, nur weil damit Kosten auf das Gesundheitssystem zukommen." Das von ihm als "Add-on-Versicherungssystem" bezeichnete Modell könne nach einer Reform der Krankenhausvergütung beispielsweise dann greifen, wenn ein Patient ein anspruchsvolles Medizinprodukt wünsche, das über das medizinisch notwendige Maß hinausgehe.

04.09. Riechnerv: Der direkte Draht ins Hirn
dpa. US-Forscher wollen künftig mit Nasentropfen Wirkstoffe gegen Alzheimer und andere Demenzerkrankungen ins Gehirn schleusen. Bei Versuchen mit Mäusen konnten sie zeigen, daß einige Wirkstoffe den Weg von der Nase zum Hirn viel leichter finden als über die Blutbahn, wie das britische Fachjournal New Scientist (Nr. 2150, S.6) berichtet. William Frey vom Alzheimer-Forschungszentrum im Regions-Krankenhaus von St. Paul (US-Staat Minnesota) behandelte zwölf Ratten mit dem Nerven-Wachstumsfaktor NGF. Die eine Hälfte der Tiere erhielt den Wirkstoff mittels Spritzen in die Blutbahn, die anderen über Nasentropfen. Innerhalb einer Stunde war im Gehirn der mit Nasentropfen behandelten Tiere erheblich mehr Wirkstoff als in den Vergleichstieren, und das nicht nur in den Gehirnregionen, die direkt mit den Riechnerven in Verbindung stehen. Das gleiche Ergebnis konnten die Forscher mit einem Mittel gegen Schlaganfall wiederholen, berichtet das Magazin.

04.09. Richtlinien für Arzneipflanzen
PZ. Die europäische Organisation der Anbauer von Arznei- und Heilpflanzen Europam hat kürzlich ihre Empfehlungen zur guten Anbaupraktik von Arzneipflanzen vorgelegt. Nach Meinung internationaler Experten sind die Richtlinien dringend nötig, da mehr als 150 europäische Heil- und Arzneipflanzen bedroht sind. Zeitgleich wurde von der britischen Organisation Traffic eine Studie zu Heilpflanzen präsentiert. Die Guidelines for Good Agricultural Practice of Medicinal and aromatic Plants von Europam haben lediglich Empfehlungscharakter und wurden zwischenzeitlich der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) in London übergeben. Diese will sich im Hebst 1998 damit beschäftigen. Unterstützt wird die Traffic-Studie vom Worldwide Fund for Nature (WWF).Nach Angaben des WWF sind 150 Arzneipflanzen vom Aussterben bedroht. Wie in der Traffic-Studie zu lesen ist, verwendet große Mehrheit der deutschen Phyto-Hersteller Pflanzen aus eigenen Kulturen.

03.09. Neue Darreichung für Saquinavir
PZ. Die europäische Kommsion hat die Zulassung für Fortovase®, einen galenisch weiterentwickelten HIV-Protease-Hemmer, erteilt. Der Wirkstoff ist kein Unbekannter: Saquinavir. Fortovase ist die neue, stärkere Darreichungsform des Wirkstoffs Saquinavir, dem ersten Proteasehemmer. Seit etwa eineinhalb Jahren zur Behandlung von HIV-Infektionen im Handel, hat Saquinavir seinen klinischen Nutzen bei mehr als 200.000 Patienten bestätigt und ist dafür beispielsweise mit dem letztjährigen PZ-Innovationspreis ausgezeichnet worden. Fortovase präsentiert den Arzneistoff in Weichgelatineform. Dadurch verbessere sich, so daß Herstellerunternehmen, die Bioverfügbarkeit. Höhere Wirkspiegel und eine damit verbundene stärkere antiretrovirale Aktivität seien das Ergebnis. Fortovase ist zur HIV-Behandlung bei erwachsenen Patienten in Kombination mit antiretroviralen Medikamenten angezeigt, das können sowohl Dreier- als auch Viererkombinationen sein. Bei der Vierfachtherapie habe sich der Proteasehemmer Ritonavir besonders effektiv als Kombinationspartner gezeigt, teilt Hoffrnann-La Roche mit.

02.09. Plötzlicher Kindstod geht zurück
dpa. Der plötzliche Kindstod (Sudden-Infant-Death-Syndrom/SIDS) im Säuglingsalter ist in Baden-Württemberg zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes vom Mittwoch starben im vergangenen Jahr 62 Babys an dieser ohne Vorwarnung auftretenden Todesart. Das entspricht 12,8 Prozent der insgesamt 1997 im ersten Lebensjahr gestorbenen 485 Säuglinge. Im vorangegangenen Jahr waren es noch 13,9 Prozent gewesen. Nach einem stetigen Anstieg seit den 70er Jahren hatte die Welle von SIDS mit 22,3 Prozent aller im Säuglingsalter Gestorbenen 1991 ihren Höhepunkt erreicht. Die seitdem wieder rückläufigen Zahlen führen die Statistiker auf eine 1993 begonnene Aufklärungskampagne zurück, in der unter anderem auf die Risiken der sogenannten Bauchlage hin gewiesen worden war.

02.09. Starker Gewinnanstieg bei Stada
PZ. Nach einem deutlichen Umsatz von 18 Prozent im ersten Halbjahr 1998 ist die Stada AG erstmals in die Gruppe der 30 größten deutschen Pharmaunternehmen vorgestoßen. Das Unternehmen nehme mit einem Umsatz von fast 233 Millionen DM jetzt Platz 28 in der Umsatzrangliste der über 900 in Deutschland aktiven Hersteller ein, sagte der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Hartmut Retzlaff, auf einer Pressekonferenz am 2. September in Bad Vilbel. Noch deutlicher stieg der Gewinn vor Steuern. 20,5 Millionen DM in den ersten sechs Monaten des Jahres bedeuten einen Zuwachs von 70,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das gesamte Geschäftsjahr 1998 erwartet Stada einen Umsatz von 480 Millionen DM, wobei 20 Millionen DM auf Akquisitionen entfallen. Der Gewinn vor Steuern soll am Jahresende mindestens 40 Millionen DM betragen, der Jahresüberschuß 22 Millionen DM. Die Aktionäre werden von dem Gewinnanstieg profitieren. Schon jetzt kündigte Retzlaff eine Dividenden-Erhöhung von Stamm- und Vorzugsaktien um jeweils 1 DM auf 9,50 DM (Vorzüge) und 8,50 DM (Stämme) an.

02.09. Orlistat kommt am 10. September
dpa. Der neue Lipasehemmer Orlistat (Xenical®) kommt in Deutschland bereits am 10. September auf den Markt. Das kündigte der Sprecher der Herstellerfirma Hoffmann-La Roche, Hans-Ulrich Jelitto, am Mittwoch in Hamburg an. Die Monatspackung Xenical kostet seinen Angaben zufolge 198 Mark und muß von den Patienten wahrscheinlich selbst bezahlt werden. Ob die Krankenkassen die Kosten zumindest bei sehr starkem Übergewicht mit Folgeerkrankungen übernehmen, ist noch offen. "Xenical ist keine Wunderpille, die eine hemmungslose Völlerei ausgleicht", betonte Jelitto. Es sei aber der erste Vertreter einer ganz neuen Klasse von Medikamenten zur Therapie der Adipositas. Der Fett-Blocker wirke ausschließlich im Magen-Darm-Trakt und nicht wie Appetitzügler, die das zentrale Nervensystem beeinflußten. Der Wirkstoff Orlistat verhindere, daß das Nahrungsfett komplett vom Körper verdaut werde. Etwa 30 Prozent verließen den Organismus wieder durch den Darm und fielen nicht als überschüssige Kalorien zur Last.

02.09. Empfehlungen der PEG zu Fluorchinolonen
PZ. Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie e.V. (PEG) hat jetzt eine aktuelle Einteilung der Fluorchinolone veröffentlicht, wonach diese in vier Gruppen unterteilt werden. Als Kriterien für die Gruppierung dienten das antibakterielle Spektrum, die Pharmakokinetik und die daraus resultierende Indikation. Die älteren Chinolone wie das Norfloxacin und das Pefloxacin werden aufgrund ihres Wirkspektrums im gramnegativen Bereich im Wesentlichen für die Behandlung von Harnwegsinfektionen eingesetzt. Die Vertreter der zweiten Gruppe (Enoxacin, Fleroxacin, Ofloxacin und Ciprofloxacin) können zusätzlich bedingt bei Atemwegserkrankungen eingesetzt werden. Die Pneumokokken-Schwäche dieser Substanzen weisen die neueren Fluorchinolone der dritten (Levofloxacin, Sparfloxacin, Grepafloxacin) und insbesondere der vierten Kategorie (Trovafloxacin, Gatifloxacin, Moxifloxacin, Clinafloxacin) nicht mehr auf. Sie sind außerdem effektiver gegen atypische Erreger. Die Vertreter der vierten Gruppe bekämpfen zusätzlich Anaerobier. Top

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