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05.10.1998
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-Editorial

Govi-Verlag

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von Dr. Hartmut Morck,
Chefredakteur

Der Deutsche Apothekertag 1998 in München mit seinem Motto "Apotheke - Mehrwert für den Patienten" war ein programmatischer Apothekertag. Der Berufsstand wollte nicht abwarten, bis die neue Regierung in Bonn ihr gesundheits- und sozialpolitisches Programm vorgelegt hat, um dann zu reagieren, sondern er wollte ein eigenes Programm erarbeiten, das zukunftsweisend die Existenz der Apotheke sichern kann.

Der Apothekertag hat damit nicht auf die Politik reagiert, sondern mit einem richtungsweisenden Programm die Politik aufgefordert, zu reagieren. Daß dabei auch unterschiedliche Positionen sichtbar wurden, wie zum Beispiel zwischen den Krankenhausapothekern und krankenhausversorgenden Apothekern, ist in einem demokratischen System selbstverständlich.

Nur dürfen solche Auseinandersetzungen nicht zur Spaltung des Berufsstandes fuhren, sondern müssen Aufforderung sein, einen Konsens zu suchen. Jede Apotheke, ob im Krankenhaus oder öffentlich, hat eine gesellschaftliche Aufgabe zu erfüllen. Die Apotheke ist eine soziale Drehscheibe, in der der Patient und Verbraucher einen Nutzen erfahren können muß. Dieser Nutzen kann nicht nur in einem Produkt, also in dem Arzneimittel liegen, das er kauft, sondern dieser Nutzen muß subjektiv wahrnehmbar sein. Der Patient und Kunde muß das Gefühl haben, in der Apotheke mit dem Arzneimittel Qualität und Sicherheit erhalten zu haben, die er in anderen Vertriebskanälen nicht bekommt. Nur mit solchen Strategien wird die Apotheke in der Zukunft überleben können.

Das gilt sowohl für den Bereich der verschreibungspflichtigen Arzneimittel als auch für die Selbstmedikation. Ein Mittel zum Zweck kann dabei das von Professor Dr. Heyo Kroemer in der Eröffnungsveranstaltung des Expopharm-Kongresses vorgestellte therapeutische Drug Monitoring sein, das auch die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Apotheker auf eine wesentlich rationalere Basis stellen kann. Diese Aktivität kann helfen, die emotionalen Vorurteile auf beiden Seiten abzubauen. Mit solcher Zusammenarbeit wird nicht nur dem Patienten der Mehrwert, den er durch die Apotheke erfährt, bewußt, sondern auch dem Arzt. Nutznießer ist außerdem die Krankenkasse, die durch eine rationalere und nicht rationierte Arzneimitteltherapie Einsparungen erfahren wird.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch, daß die wirtschaftliche Basis für die Apotheke erhalten bleibt. Eine Rentabilitätssteigerung bei den Kassen kann und darf nicht mit einer sinkenden Rendite bei den Apotheken beantwortet werden. Immerhin ist die Apotheke mit 132.000 Arbeitsplätzen ein gewichtiger Arbeitgeber und ein nicht zu übersehender Wirtschaftsfaktor.

Der Deutsche Apothekertag 1998 hat gezeigt, daß nicht Lamentieren die Existenz der Institution Apotheke auch im nächsten Jahrhundert sichert, sondern Profilieren. Top

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