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In die Zukunft investieren

13.10.1997
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-Editorial

Govi-Verlag

In die Zukunft investieren

von Hans-Günter Friese,
Präsident der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

Vor einigen Jahren erschien in einer britischen Fachzeitschrift ein Beitrag, der mit der provokanten Frage: "Are Pharmacists Necessary?" getitelt war. Geschrieben von einem Apotheker, dessen Antwort ein "Nein" war. Weltweit entflammte damals eine lebhafte Diskussion um die Zukunft unseres Berufsstandes. In Deutschland erhielt sie zusätzlichen Sprengstoff, weil Krankenkassenvertreter neue Vertriebswege für Arzneimittel forderten und dies noch tun. Viel ist seitdem geschehen

Mit dem ABDA-Konzept haben wir uns die Leitlinien für die Zukunft unseres Berufes gegeben. In vielen Ländern der Welt laufen Modellversuche zu "Pharmazeutischer Betreuung" (Pharmaceutical Care). Ich hin sehr froh, heute, zu Beginn des diesjährigen Apothekertages feststellen zu können, daß Deutschland im internationalen Konzert der Pharmazie kein Entwicklungsland ist. Vielmehr ist in unserem Berufsstand eine Aufbruchstimmung zu spüren, aus der passiven Rolle herauszukommen und unseren Sachverstand - stärker als bisher - in das Dreiecksverhältnis Arzt/Patient/Apotheke, beziehungsweise in die Beziehung Kunde/Apotheker, bei der Selbstmedikation einfließen zu lassen.

Selbstbewußt können wir dabei von einer guten Ausgangsposition starten. Die Qualität unserer Arbeit mit und für unsere Kunden und Patienten in den Apotheken ist unbestritten. Nach Umfragen wissen wir, daß mehr als 60 Prozent der Patienten beim Arzneimittelkauf unsere kompetente Beratung suchen. Der aktive Dialog mit der Bevölkerung, weltweit spricht man hier von "Pharmacists Care", findet also bereits flächendeckend statt.

Angesichts knapper werdender Ressourcen im Gesundheitswesen stellt die Gesellschaft andere, neue Herausforderungen an uns wie an die übrigen am Gesundheitsmarkt Beteiligten auch. Die Begriffe "Qualitätssicherung" und "Kostenkontrolle" werden maßgeblich die Diskussion um die Weiterentwicklung unseres Gesundheitswesens bestimmen. Um in dieser Diskussion mithalten zu können, müssen wir auf der Basis des Erreichten, was sich sehen lassen kann, investieren.

So möchte ich das Motto des diesjährigen Apothekertages auch als Aufruf an alle Kolleginnen und Kollegen verstanden wissen. Und zwar müssen wir nicht nur in Raum und Einrichtung unserer Apotheken investieren, sondern vor allem in unsere kommunikativen Fähigkeiten. Zielgruppen unseres Handelns sind Patienten und Kunden sowie deren Zusammenschlüsse wie Selbsthilfegruppen und Verbraucherverbände: Diese sind aber auch unsere Verbündeten bei der Abwehr allzu dreister Vorschläge und Forderungen, die das solide und effiziente Arzneiverordnungssystem in Deutschland gefährden oder nachhaltig stören wollen. Wenn es uns auf der Grundlage der wünschenswerten "investiven Maßnahmen" gelingt, die deutsche Apotheke als Teil eines funktionierenden Gesundheitssystems subjektiv aus der Sicht des Patienten und Kunden und objektiv aufgrund von meßbaren Ergebnissen besser als andere Arzneiversorgungssysteme darzustellen, ist mir um die Entwicklung unseres Berufsstandes keineswegs bange. Hierzu wünsche ich mir Ihre Anregungen und konstruktiven Beiträge auf der Hauptversammlung der ABDA während des Deutschen Apothekertages in Düsseldorf.

Investieren auch Sie in Ihre und damit in unser aller Zukunft! Seien Sie versichert, die Gremien der ABDA werden auch zukünftig die Interessen der Apotheker in der Offizin ebenso vertreten wie die der Kolleginnen und Kollegen in Krankenhaus, Bundeswehr, Industrie, Verwaltung und der Hochschule: Vorschläge, Ideen, Anregungen und Visionen - eingebracht auf der Hauptversammlung oder über die Mitgliedsorganisationen der ABDA - sind der Beginn wünschenswerter Investitionen in die Weiterentwicklung unseres Berufsbildes! Top

 

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