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Mutterkornalkaloide und Triptane Kopf an Kopf

01.11.1999
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-PharmazieGovi-VerlagSTREITGESPRÄCH

Mutterkornalkaloide und Triptane Kopf an Kopf

von Elke Wolf, München

Wenn Acetylsalicylsäure oder Paracetamol eine Migräne-Attacke nicht mehr kupieren können, sind Mutterkornalkaloide oder Triptane indiziert. Nur wann sollte welche Substanzgruppe zum Einsatz kommen? Dieser Frage gingen Professor Dr. Hans Christoph Diener von der Neurologischen Universitätsklinik Essen und Professor Dr. Michel Ferrari von der Neurologischen Universitätsklinik Leiden in einem Streitgespräch auf dem Deutschen Schmerzkongress nach.

"Ist eine Migränetherapie bei schwereren Attacken erforderlich, sollte die Wahl der Erstmedikation auf ein Mutterkornalkaloid fallen. Wenn die Patienten damit gut zurecht kommen, sollte man sie nicht auf ein Triptan umstellen", so Diener bei dem von MSD ausgerichteten Symposium. In einer Vergleichsstudie war zwar Sumatriptan dem Ergotamin Coffein um rund 20 Prozent überlegen, aber man dürfe das Nebenwirkungspotential der Triptane nicht außer Acht lassen, so Diener. Mutterkornalkaloide seien besser verträglich, zum Beispiel treten Brustenge, Schwindel oder Somnolenz unter Ergotamin und Co. signifikant seltener auf.

Vor allem wenn Migräneattacken sehr lange andauern oder trotz Behandlung wiederkommen, seien Mutterkornalkaloide die bessere Alternative. Eine Reihe von Studien zeige, dass das Wiederaufflammen von Kopfschmerzen bei Mutterkornalkaloiden ein geringeres Problem ist als bei den Triptanen. Als wichtigsten Vorteil der älteren Substanzklasse nannte Diener den deutlich geringeren Preis.

Für Ferrari sind dagegen Triptane bei heftigeren Schmerz-Attacken die Mittel der Wahl, auch wenn das Stufenschema der Therapieempfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft die Triptane nach den Mutterkornalkaloidden nennt. Ferrari: "Dies geschah ausschließlich wegen der Kosten-Nutzen-Relation." Erst vor kurzem habe eine Konsensusgruppe erarbeitet, dass Triptane die Substanzen der ersten Wahl zur Behandlung akuter Migräne-Attacken seien, da Mutterkornalkaloide eine komplexe Pharmakologie haben und an diverse Rezeptoren binden."

Tierexperimentelle Untersuchungen hätten gezeigt, dass Mutterkornalkaloide an isolierten menschlichen Koronararterien eine stärkere Vakokonstriktion erzeugen und länger gebunden bleiben. Zudem bewiesen viele aktuelle klinische Studien zweifelsfrei die Vorteile der Triptane gegenüber den Mutterkornalkaloiden.

Ein Triptan, das sich seit etwa einem Jahr in der Praxis bewährt hat, ist Rizatriptan (Maxalt®). Es wirkt als potenter selektiver Serotonin-Agonist am 5-HT1B/1D-Rezeptor und somit vasokonstriktorisch auf intrakranielle Arterien, erklärte Professor Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel. Außerdem blockiere Rizatriptan die Trigeminus-induzierte Ausschüttung von Neuropeptiden, die zu einer neurogenen Entzündung an kraniellen Gefäßen führen. Göbel stellte eine offene Anwendungsbeobachtung vor, in der insgesamt 33 187 Migränepatienten mit 10 mg Rizatriptan behandelt wurden.

Komplette Schmerzfreiheit trat bei 28 Prozent innerhalb von 30 bis 60 Minuten ein, bei 47 Prozent innerhalb von 60 bis 120 Minuten. Im Langzeitverlauf, bei wiederholter Behandlung mehrerer Attacken, zeigt sich, dass der Anteil der Patienten, die eine halbe bis eine Stunde nach Tabletteneinnahme schmerzfrei waren, von Attacke zu Attacke zunahm.Top

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