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Dexamethason auch beim milden Krupp

01.11.2004
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Dexamethason auch beim milden Krupp

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Die stenosierende Laryngotracheitis (Krupp), eine häufige Begleiterscheinung von Virusinfekten bei Kleinkindern, verläuft in den meisten Fällen sehr milde. Sie tritt jährlich bei 3 Prozent der Kinder unter sechs Jahren auf.

Beim mittelschweren bis schweren Krupp ist die Verabreichung von Dexamethason etabliert und ihr Vorteil gesichert. Die meisten Kinder mit Krupp leiden aber nur unter milden Symptomen. Es ist bislang nicht bekannt, ob diese Patienten im gleichen Umfang von der Steroidtherapie profitieren wie die Kinder mit einer schweren Erkrankung.

In einer doppelblinden, randomisierten Studie erhielten 720 Kindern mit mildem Krupp in vier Kinder-Notfallstationen entweder oral Dexamethason (0,6 mg/kg Körpergewicht) oder Placebo. Die Definition des Krupp-Schweregrads wurde gemäß den Kriterien von Westley et al. vorgenommen (Wert <2). Primärer Endpunkt war ein Krupprückfall, der innerhalb eines Zeitraums von sieben Tagen einen erneuten Arztbesuch erforderte. Sekundäre Endpunkte waren der Verlauf der Kruppsymptomatik ein, zwei und drei Tage nach der Behandlung. Weitere Endpunkte umfassten die ökonomischen Kosten, den Schlaf des Kindes (verlorene Schlafstunden auf Grund der Kruppanfälle) und der von den Eltern berichtete Stress.

In der Dexamethason-Gruppe musste auf Grund eines Krupprückfalls signifikant weniger häufig ein Arzt aufsucht werden als in der Placebogruppe (7,3 versus 15,3 Prozent, P<0,001). In der Dexamethason-Gruppe kam es signifikant schneller zu einer Erholung der Kruppsymptomatik (P=0,003), zu weniger Schlafverlust (P<0,001) sowie zu weniger Stress bei den Eltern (P<0,001).

Fazit: Dexamethason bewirkt auch beim mildem Krupp eine schnellere Verbesserung der Symptomatik, reduziert die Schlaf freie Zeit sowie den Stress der Eltern und ist auch aus ökonomischer Hinsicht vorteilhaft (signifikant weniger Zweit-Arztvisiten). Obwohl die Langzeiteffekte dieser Behandlung bislang unbekannt sind, unterstützen die Ergebnisse dieser Studie die Empfehlung, die meisten, wenn nicht alle Kinder mit Krupp mit Dexamethason zu behandeln.

Quelle: Bjornson, C. et al. N. Engl. J. Med. 351 (2004) 1306 - 1313.Top

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