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Vergleichbar und handlicher

06.12.1999
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-PharmazieGovi-VerlagTENECTEPLASE

Vergleichbar und handlicher

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

Der Gewebeplasminogen-Aktivator Tenecteplase hilft Infarktpatienten genauso effektiv die Vorgängersubstanz Alteplase, das Therapieregime ist jedoch einfacher. Das folgern Wissenschaftler aus einer vergleichenden Untersuchung mit knapp 17 000 Probanden.

Eine schnelle Infusion mit dem Gewebeplasminogen-Aktivator Alteplase (Actilyse) in Kombination mit Acetylsalicylsäure und Heparin gilt momentan als Goldstandard bei der Reperfusion nach akutem Herzinfarkt. Tenecteplase ist eine gentechnisch veränderte Variante von Alteplase mit langsamerer Plasmaclearance, besserer Fibrinspezifität und höherem Widerstand gegen den Plasminogenaktivator-Inhibitor-1. In der ASSENT-Studie (Assessment of the Safety and Efficacy of a New Thrombolytic) verglichen Wissenschaftler jetzt direkt den therapeutischen Effekt der beiden Substanzen.

In der placebokontrollierten und randomisierten Doppelblindstudie erhielten 16 949 Patienten mit akutem Herzinfarkt, der maximal sechs Stunden vor Behandlungsbeginn aufgetreten war, entweder eine Infusion mit 100 mg Alteplase oder eine einmalige Bolusinjektion mit Tenecteplase, die an das Körpergewicht angepasst wurde. Dabei verabreichten die Mediziner den Probanden mit einem Gewicht unter 60 kg 30 mg; pro 10 Kg KG steigerte sie die Dosis um 5 mg. Hierauf folgte eine Bolusgabe und eine Infusion von Placebo. Die Patienten der Alteplase-Gruppe erhielt zunächst 15 mg als Bolus und anschließend 0,75 mg/kg KG als Infusion über 30 Minuten und eine Infusion von 0,50 mg/kg über 60 Minuten. Hierauf folgte eine Bolusgabe von Placebo. Alle Patienten erhielten zusätzlich ASS und Heparin. Als primäres Kriterium für den Therapieerfolg galt die Gesamtmortalität nach 30 Tagen.

Die Gesamtmortalität nach 30 Tagen lag in der Tenecteplase-Gruppe bei 6,179 und in der Alteplase-Gruppe bei 6,151 Prozent. In beiden Gruppen erlitten nahezu genauso viele Patienten einen Schlaganfall. Unter Tenecteplase traten allerdings weniger Blutungskomplikationen auf (26,1 versus 28,4 Prozent) und die Patienten benötigten weniger Bluttransfusionen.

Die beiden Therapieregime sind vergleichbar, der vereinfachte Applikationsmodus von Tenecteplase könnte sich in der Praxis aber als nützlich erweisen. Mit dem neuen Regime verfüge man erstmalig über ein Strategie, die sich hinsichtlich der Mortalität nach 30 Tagen als äquivalent zu Alteplase erwies, so die Bilanz der Autoren. Möglicherweise führt die höhere Fibrinspezifität von Tenecteplase zu einer besseren Auflösung älterer Fibringerinnsel und weniger Blutungskomplikationen.

Quelle: ASSENT-2 Investigators. Lancet 354 (1999) 716 - 22.Top

© 1999 GOVI-Verlag
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