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Grüne zu Gesundheitsberufen

Mehr Frauen an die Spitze

In der Gesundheitsbranche arbeiten überwiegend Frauen. In den Vorständen der Krankenkassen und an den Spitzen von Berufsverbänden und -kammern sitzen dagegen fast nur Männer. Die Grünen fordern Gesetze, die das ändern und verbindliche Frauenquoten.
Anna Pannen
16.10.2018
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Gesundheitsberufe sind besonders für Frauen attraktiv. Das zeigen die Zahlen deutlich: So sind laut Zahlen des Bundesarbeitsministeriums 70 Prozent der Angestellten bei deutschen Krankenkassen weiblich. In Apotheken arbeiten laut ABDA in den Ausbildungsberufen zwischen 96 und 98 Prozent Frauen, bei den approbierten Mitarbeitern sind es ebenfalls 70 Prozent. Etwas geringer ist der Frauenanteil mit 46 Prozent bei den Vertragsärzten und 38 Prozent bei den Zahnärzten. Den höchsten Anteil an weiblichen Mitarbeitern gibt es mit 85 Prozent in den Pflegeberufen.

Fest steht damit: Ein großer Teil der Arbeit im Bereich Gesundheit wird von Frauen geleistet. Wenn es aber darum geht, die Zukunft dieser Berufe zu diskutieren und die Arbeitsbedingungen festzulegen, haben Männer das Sagen. Genau das bemängelt die Partei Bündnis 90/Die Grünen aktuell in einem Antrag an den Deutschen Bundestag.

Die Grünen beklagen, dass in den Vorständen der deutschen Krankenkassen Frauen meist nur in einstelliger Prozentzahl vertreten sind. Bei der größten Kassenart, den Ersatzkassen, liege der Frauenanteil in den Vorständen bei 8 Prozent. Bei den Betriebskassen seien es immerhin 21 Prozent. Am düstersten sehe es bei den Innungskrankenkassen aus: Hier gibt es kein einziges weibliches Vorstandsmitglied.

Auch bei der Mehrheit der kassenärztlichen und kassenzahnärztlichen Vereinigungen sitze gar keine Frau im Vorstand, beklagen die Grünen. In den Vertreterversammlungen liege ihr Anteil ebenfalls nur bei 18 Prozent (Kassenärzte) beziehungsweise 5 Prozent (Zahnmediziner).

Auch Apotheker haben Nachholbedarf

Und bei den Apothekern? Da sieht es leider nicht besser aus. Von den 13 Mitgliedern des geschäftsführenden ABDA-Vorstands sind nur zwei weiblich. Der ABDA-Gesamtvorstand besteht aus 40 Personen. Nur acht davon sind Frauen. In den Führungsebenen der Landesverbände und -kammern funktioniert die Durchmischung überwiegend ähnlich. Frauen sind in der Berufspolitik also auch hier radikal unterrepräsentiert.

Die Grünen nennen es in ihrem Antrag skandalös, dass ein Passus aus dem Koalitionsvertrag der vergangenen Legislaturperiode, der ein »repräsentatives Verhältnis von Frauen und Männern in der Selbstverwaltung « versprach, niemals umgesetzt wurde und im aktuellen Koalitionsvertrag ganz fehlt. Die Bundesregierung schiebe die Verantwortung seit Jahren den Akteuren zu – also den Berufsvertretungen und -verwaltungen.

Dabei könnten zum jetzigen Zeitpunkt nur noch Gesetze etwas an der Situation ändern, erklärt die Partei. Sie fordert einen Gesetzentwurf, der verbindliche Frauenquoten vorschreibt. Vor Wahlen zu den Vertreterversammlungen der Ärzte und Zahnärzte, den Spitzenverbänden der Selbstverwaltungskörperschaften auf Bundesebene sowie den Verwaltungsräten der Krankenkassen müsse festgelegt werden, dass der Anteil der Frauen im entsprechenden Vorstand mindestens dem Frauenanteil unter den Mitgliedern entsprechen muss. Ähnliche Vorgaben müsse es auch für die Kammern der Heilberufe geben.

Zuletzt verweisen die Grünen darauf, dass auch die Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Juni empfohlen hatte, mehr Frauen in Führungspositionen im Gesundheitswesen zu holen. Mindestens 40 Prozent sollten es sein, hieß es damals im Beschluss, der dem Bundesgesundheitsministerium sowie der Arbeits- und Sozialministerkonferenz übergeben wurde. Von der Bundesregierung will die Partei nun wissen, wann dieses Ziel endlich angegangen wird. /

Foto: Shutterstock/Syda Productions

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