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Anticholinerge Nebenwirkungen

Nicht als Alterserscheinung abtun 

Anticholinerge Nebenwirkungen sind relativ häufig, werden aber oft nicht erkannt. Das betonte Dr. Nina Griese-Mammen von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände – ABDA in Berlin beim Wochenendworkshop Patient & Pharmazeutische Betreuung in Jena. 
Brigitte M. Gensthaler
12.11.2018
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»Klagen ältere Menschen über typische Symptome wie Mundtrockenheit, trockene Augen, Obstipation oder Sehstörungen, wird dies häufig als Alterserscheinung abgetan« mahnte Griese-Mammen. Sehr viele Arzneistoffe haben anticholinerge Haupt- und Nebenwirkungen. Sie nannte beispielhaft Antihistaminika, Antiemetika, Antipsychotika, trizyklische Antidepressiva, Parkinson-Medikamente, urologische Spasmolytika und Sedativa. Eine einschleichende Dosierung vermindere meist die Schwere der Symptome.

Neben akuten Beschwerden sind langfristige ZNS-Effekte zu beachten. So wiesen systematische Reviews und Metaanalysen auf einen Zusammenhang mit kognitiver Beeinträchtigung und Demenz hin. »Anticholinergika beeinträchtigten den REM-Schlaf, der für die Kognition und Erholung sehr wichtig ist«, erklärte die Apothekerin. Ob Demenz eine Folge einer anticholinergen Medikation ist, sei nicht bewiesen. Die Kombination von anticholinergen Arzneistoffen mit Acetylcholinesterase-Hemmern, die bei Alzheimer-Demenz eingesetzt werden, sollte vermieden werden. Griese-Mammen warnte vor gefährlichen Verordnungskaskaden. Donepezil und Co könnten eine Dranginkontinenz auslösen. Wird dagegen ein Spasmolytikum verordnet, das anticholinerg wirkt, kann sich die Kognition verschlechtern. Zudem sind Anticholinergika bei zahlreichen Erkrankungen kontraindiziert, zum Beispiel bei Demenz, Delir und Epilepsie, benigner Prostatahyperplasie, Engwinkelglaukom oder kardialen Erkrankungen wie Angina pectoris und Arrythmien.

Bei älteren und geriatrischen Patienten solle man die Kombination mehrerer anticholinerger Arzneistoffe möglichst vermeiden, sagte Griese-Mammen und empfahl zur Orientierung die PRISCUS-Liste, die 83 Arzneistoffe aus 18 Klassen aufführt. Ein Schwerpunkt der potenziell für Ältere ungeeigneten Medikamente sind Stoffe mit anticholinerger Nebenwirkung. In der Selbstmedikation sollte man solche Stoffe wie Dimenhydrinat oder Diphenhydramin eher nicht empfehlen und auch auf Phytopharmaka und nicht-medikamentöse Maßnahmen hinweisen.

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